Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.02.2015


Kufstein

Nachtbusse nehmen Fahrt auf

Sechs Gemeinden, zwei Busse: Die Nachtbuslinie in der Unteren Schranne ist gerettet. Künftig soll jedoch ein Verein für den Betrieb verantwortlich sein.

© Um Jugendlichen einen sicheren Nachhauseweg nach dem Besuch der Diskothek zu ermöglichen, haben sich sechs Orte zusammengeschlossen. Symbolfoto : iStock/dwphotos



Von Wolfgang Otter

Niederndorferberg – Die Nachtschwärmer in der Unteren Schranne können aufatmen. Die Diskussionen und Differenzen um die Nachtbuslinie sind beigelegt. Der bei Jugendlichen beliebte Bus fährt künftig sogar neben Kufstein, Erl, Niederndorf, Niederndorferberg, Ebbs die Gemeinde Walchsee an.

Im Vorfeld hatte es einige Diskussionen um die Finanzierung gegeben. Bis zu 100.000 Euro könnte der Betrieb jährlich kosten (die Verhandlung laufen noch), finanziert wird dies durch Bundes- und Landesförderungen, Zuschüsse der nunmehr sechs Gemeinden, Fahrkartenerlöse sowie Sponsoren. Während der Gemeindeanteil von jeweils 5000 Euro (im gesamten 30.000 Euro) außerhalb jeglicher Diskussion stand, gab es unterschiedliche Meinungen betreffend der weiteren Haftung.

Die Gemeinde Niederndorferberg ist nämlich Trägerin des Nightliners. Damit bleibt jedoch auch das Risiko beim kleinsten der angefahrenen Orte hängen. Ein Umstand, den man am Berg nicht mehr hinnehmen wollte. Eine Sitzung der Bürgermeister mit der Niederndorferberger Bürgermeisterin Elisabeth Daxauer brachte den Durchbruch. Die Gemeinden erklärten sich auch solidarisch, beim Auffangen eines allfälligen Defizits mitzuhelfen. Daher hat Niederndorferberg heuer wieder für die Förderungen angesucht. Aber in weiterer Folge soll bis Sommer ein Verein mit Vertretern der angesteuerten Orte zu diesem Zweck gegründet werden.

Apropos Bus: Das Nightliner-System soll heuer aus zwei Fahrzeugen bestehen. Je nach Finanzierbarkeit soll ein großer Bus mit fünfzig Sitzen, der an Freitagen und Samstagen die Nachtschwärmer zwischen Walchsee, Erl und Kufstein sicher zum Ausgehen bzw. wieder nach Hause bringt, und ein kleinerer Bus, der dann ab Niederndorf die Bergstrecke nach Niederndorferberg fahren. In Walchsee auf alle Fälle zeigt sich Bürgermeister Dieter Wittlinger zufrieden, dass nun doch eine sichere Fahrgelegenheit für die Walchseer zustande gekommen ist. Der Bus wurde von der Niederndorferberger Liste (NBL) initiiert und hat voll eingeschlagen. Im Schnitt 80 bis 100 Personen wurden in jeder gefahrenen Nacht sicher transportiert.