Letztes Update am Mo, 07.12.2015 11:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wetter

Waldbrandgefahr in Österreich: Trockenheit betrifft auch Tirol

Der seit Mitte Oktober fehlende Niederschlag lässt die Böden austrocknen. Im Dezember herrscht nun in Teilen Österreichs Waldbrandgefahr.

Der Großeinsatz der Feuerwehr bei einem Waldbrand nahe Leoben ist auch am Sonntag, 6. Dezember 2015, weitergegangen.

© FF LEOBEN-STADTDer Großeinsatz der Feuerwehr bei einem Waldbrand nahe Leoben ist auch am Sonntag, 6. Dezember 2015, weitergegangen.



Innsbruck, Lienz, Graz – Der Winter lässt auf sich warten. Nicht nur Freunde des Wintersports und Touristiker sehnen sich nach Schnee. Auch die Natur leidet unter der andauernden Trockenheit.

Der fehlende Niederschlag wird zunehmend zum Problem, erkärt UBIMET-Meteorologe Stefan Hofer: „In einem breiten Streifen vom Ötztal über Osttirol und Oberkärnten bis ins Mürztal und Burgenland wartet man bereits seit Mitte Oktober auf nennenswerten Regen. Dementsprechend ausgetrocknet sind die Böden.“

Die Waldbrandgefahr ist hoch. Bereits im November mussten Feuerwehren in Tirol und Salzburg zu kleineren Wald- und Flurbränden ausrücken. Am vergangenen Wochenende stand ein ein Hektor großes Waldstück in Leoben in der Steiermark in Flammen.

Aber das Hoch bleibe Österreich noch eine Weile erhalten, so Hofer. „Ein Blick auf die Wetterkarten verrät nichts Gutes, flächendeckender Niederschlag lässt weiter auf sich warten.“ Vor allem die Regionen südlich des Alpenhauptkammes seien betroffen. „Anfällig für Brände sind speziell Südhänge oberhalb der Nebelgrenze, hier sind Streuschicht und Herbstlaub besonders ausgetrocknet“, weiß der Wetterexperte.

Üblicherweise treten die meisten Waldbrände einer Untersuchung der Universität für Bodenkultur zufolge im April auf. Im Dezember werden nicht einmal zwei Prozent aller Fälle registriert. Verantwortlich dafür seien die langen Nächte und die kühle feuchte Luft im Winter. Heuer sei jedoch vieles anders, erklärt Hofer: „Die trockene Witterung sorgt für ein komplett anderes Bild. Knapp ein Viertel aller November-Brände seit 1993 fand heuer statt.“ (tt.com)