Letztes Update am Fr, 18.12.2015 11:16

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Klimabehörde

2015 ist wahrscheinlich das bislang wärmste Jahr

Ernsthaft bezweifelt hatte es wohl niemand mehr. Aber jetzt ist es offiziell: 2015 wird wohl das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Außer der Dezember wird extrem kühl. In Österreich wird das Jahr vermutlich unter die Top drei der wärmsten fallen.

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New York, Wien – So warm wie 2015 war es global wohl noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Neun Monate haben in diesem Jahr bereits ihre jeweiligen Temperaturrekorde geknackt: Februar, März, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober und November. Im November lag die Durchschnittstemperatur um 0,97 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts.

Damit übertraf er den November 2013, der der bisherige Rekordhalter war, und wurde zum wärmsten November seit Beginn der Aufzeichnungen 1880. Besonders warm war es nach Angaben der US-Klimabehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) in Teilen Europas, Australiens und Nordamerikas.

In Österreich waren nur „September“ und „Oktober“ leicht zu kurz

In Österreich war der Juli der wärmste, jemals gemessene Monat, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf APA-Anfrage. Der August rangiert auf Platz vier, der November auf Platz sieben und der Juni auf dem zehnten Rang, sagte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. „Was bei Messungen seit 1767 beachtlich ist.“ Es zeichnet sich ab, dass 2015 in Österreich unter die Top drei der wärmsten Jahre fallen wird. Nur der September und Oktober waren „leicht zu kühl“.

Damit 2015 nicht das global wärmte Jahr wird, müsste der Dezember nach Angaben der NOAA mindestens 0,81 Grad Celsius unter dem Durchschnittswert des Monats liegen. Das wären 0,24 Grad kühler als im bisher kältesten Dezember 1916.

El Nino verstärkt die Klimaerwärmung

Zuvor hatte bereits die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf berichtet, dass 2015 nach 2014 wohl erneut den Hitzerekord knacken werde. Die Durchschnittstemperatur werde erstmals ein Grad höher als im vorindustriellen Zeitalter Ende des 19. Jahrhunderts liegen. Gründe seien der vom Menschen verursachte Klimawandel, verstärkt werde die Wirkung derzeit durch das gefährliche Klimaphänomen El Nino.

Dabei gebe der Pazifik stets mehr Wärme ab als er aufnehme, erklärte Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. In den vergangenen Jahren, als sich die Lufttemperatur nur wenig änderte, habe der pazifische Ozean viel Wärme aufgenommen und in unter 700 Metern Tiefe gespeichert. „Die holt er gerade wieder hervor.“

Die Klimadaten seit 1880 hat die NOAA gesammelt, aber noch nie purzelten die Rekorde so wie in diesem Jahr. Die ersten elf Monate 2015 seien die wärmste Periode dieses Zeitraums, die je gemessen wurde, betont die NOAA.

Auf dem Klimagipfel in Paris haben sich 195 Staaten zwar geeinigt, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Doch ist noch unklar, wie der weltweite Treibhausgas-Ausstoß rechtzeitig vermindert werden kann. (APA/dpa)