Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.12.2015


Tirol

Trockenheit macht Wiesen und Wald zum Pulverfass

Ausbleibende Niederschläge und warme Nächte haben die Gefahr von Waldbränden in den Tiroler Wäldern erneut massiv ansteigen lassen.

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© zoom-tirol



Innsbruck – Ein paar Tage Dauerregen oder intensiven Schneefalls. Das hatte sich Josef Fuchs schon Mitte November gewünscht. Wie berichtet, bewertete der Landesforstdirektor bereits damals die Situation in den heimischen Wäldern als brandgefährlich. Jetzt, Ende Dezember, stellt sich die Lage kritischer denn je dar: Die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen und die daraus resultierende Trockenheit lassen die Wiesen- und Waldbrandgefahr in Tirol weiter steigen, warnte das Land gestern in einer Aussendung. Durch das untypische Wetter gefriere der Boden nicht und Raureif könne nicht entstehen. Bleiben Regen und niedrigere Temperaturen weiterhin aus, sei erhöhte Achtsamkeit notwendig – besonders an den Tagen rund um Silvester.

Landesforstdirektor Josef Fuchs und Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl appellieren, angesichts der steigenden Wiesen- und Waldbrandgefahr entsprechend verantwortungsvoll mit Feuer umzugehen: „Wir raten dringend davon ab, Feuerwerke wie Böller oder Raketen in Waldnähe abzuschießen – dadurch kann es jederzeit zu Bränden kommen.“ Bereits der kleinste Funke könne eine Katastrophe auslösen.

In den vergangenen Tagen ist es bereits zu verschiedenen Vorkommnissen gekommen. Im Skigebiet Hochzeiger im Pitztal führte beispielsweise ein „Schweizer Kracher“ zu einem 150 Quadratmeter großen Flächenbrand.

An der angespannten Situation dürfte sich auch in den kommenden Tagen nicht viel ändern. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sieht in ihren Prognosen derzeit keine Niederschläge für Tirol. Demnach wird es bis zum Jahresende weiterhin trocken und überdurchschnittlich warm bleiben. Die neue Woche soll zwar mit etwas Wind starten und die Temperaturen sollen ab Dienstag leicht zurückgehen, doch Regen und Kälte seien auch weiterhin nicht in Sicht. (TT, np)

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