Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 16.02.2017


Wetter in Tirol

Frühling auf Stippvisite in Tirol, doch Kaltfront im Anmarsch

Das warme Wetter sorgt dafür, dass der Pollenflug einsetzt – allerdings drei Wochen später als im langjährigen Schnitt. Zum Wochenende hin sinken die Temperaturen.

Schwäne am Achensee - fotografiert von von Sepp Greiderer aus Maurach.

© Sepp GreidererSchwäne am Achensee - fotografiert von von Sepp Greiderer aus Maurach.



Von Benedikt Mair

Innsbruck – Die Taschentuch­industrie wird sich freuen. Kaum ist die gröbste Phase der Grippewelle überstanden, setzt wegen der hohen Temperaturen der Pollenflug ein. Und sorgt bei Allergikern für triefende Nasen. Allerdings drei Wochen später als im langjährigen Schnitt, erklärt Notburga Oeggl-Wahlmüller, Mitarbeiterin beim Tiroler Pollenflugwarndienst und Uni-Dozentin in Innsbruck.

„Der Start der Pollenflugsaison ist jedes Jahr unterschiedlich und hängt stark von den Temperaturen in den ersten Monaten des Jahres ab“, sagt Oeggl-Wahlmüller. „Wegen der anhaltend tiefen Temperaturen herrschten bis 9. Februar für Pollenallergiker sehr gute Bedingungen. Für sie wird der Belastungszeitraum durch die Allergie verkürzt.“ Seit einigen Tagen blühen laut der Pollenforscherin aber die Erle und die Hasel im Lienzer Becken und an günstigen Lagen im Inntal. Im langjährigen Durchschnitt setzte der Pollenflug der Erle bereits Mitte Jänner ein, im Jahr 2015 hätten die Bäume bereits Anfang Jänner geblüht.

Des einen Leid, des anderen Freud. Für Allergiker beginnt durch die warmen Temperaturen die Zeit der angeschwollenen Augen und wundgeschnäuzten Nasen. Zahlreiche Sonnenhungrige hingegen schwärmten gestern aus, um bei frühlingshaftem Wetter ihren Kaffee im Freien zu genießen. 14,5 Grad wurden am Nachmittag in Innsbruck gemessen, in St. Anton, auf 1300 Metern, waren es 10,3 Grad. Auch in den höheren Lagen gab der Frühling ein kurzes Gastspiel. Auf dem Patscherkofel, auf 2250 Metern, verzeichnete man noch 5,3 Grad.

Auch in der Stadt lud das frühlingshafte Wetter zum Zurücklehnen und Genießen ein.
Auch in der Stadt lud das frühlingshafte Wetter zum Zurücklehnen und Genießen ein.
- Rudy De Moor / TT

Voreiligen Gedankenspielen rund um das Verstauen der Wintermäntel im Schrank schiebt Simon Hölzl von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) aber einen Riegel vor. „Ab heute schwächt das Skandinavienhoch etwas ab, eine Kaltfront aus dem Nordosten trifft auf Tirol“, erläutert der Meteorologe. Sogar leichte Niederschläge werde diese mit sich bringen, die Schneefallgrenze liege zwischen 800 und 1000 Höhenmetern. „Ab Samstag wird es dann wieder etwas freundlicher, mit Höchstwerten um 5 Grad.“

Die aktuellen Temperaturen lägen zwar um etwa 2 bis 2,5 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, wie Hölzl vorrechnet, von den Rekordmarken seien sie aber noch weit entfernt. „Am 12. Februar 2002 wurden in Haiming 20,5 Grad verzeichnet. 21 Grad wurden am 24. Februar 2008 in der Landeshauptstadt gemessen.“