Letztes Update am Mo, 06.11.2017 14:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Wintereinbruch in Tirol: Bis zu 100 Zentimeter Neuschnee auf Bergen

Der Winter hat in der Nacht auf Montag seine ersten Vorboten geschickt. Die Schneefallgrenze sank teilweise auf 500 Meter. In den Bergen gab es Neuschneemengen von bis zu 80 Zentimeter.

© Stubaier GletscherAuf dem Stubaier Gletscher gab es auf der Mittelstation auf 2.300 m ca. 80 cm Neuschnee und an der Bergstation Eisgrat auf 2.900 m etwas über 100 cm Neuschnee.



Innsbruck - Das Tief „Karl" mit seinem Zentrum über der Oberen Adria und kalte Luft aus Nordwesten haben in der Nacht auf Montag den ersten Wintereinbruch bis in die Täler verursacht. Laut dem Wetterdienst Ubimet lag die Schneefallgrenze am Montagmorgen bei 700 bis 500 m, wodurch sich selbst in vielen Tälern eine zumindest dünne Schneedecke bilden konnte.

So kamen in Sankt Jakob im Defereggen in Osttirol seit Sonntag 24 Zentimeter zusammen. Auch Kufstein auf 493 m Seehöhe war in der Früh angezuckert.

100 cm Neuschnee am Gletscher

Deutlich mehr Schnee fiel aber naturgemäß auf den Bergen. Die größten Schneemengen gab es vom Tiroler Alpenhauptkamm bis nach Osttirol und Oberkärnten sowie in den Hohen Tauern.

Am Stubaier Gletscher gab es nach eigenen Angaben auf der Mittelstation auf 2.300 m ca. 80 Zentimeter Neuschnee und an der Bergstation Eisgrat auf 2.900 m etwas über 100 cm Neuschnee.

Am Pitztaler Gletscher summierten sich 79 Zentimeter und in Obergurgl 55 Zentimeter, am Sonnblick kamen 53 Zentimeter dazu. Auf der Zugspitze waren es immerhin noch 48 Zentimeter.

„Damit wurde der Grundstein für die kommende Wintersaison in vielen Skigebieten gelegt", so Ubimet-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. „In nächster Zeit bleibt es in den Hochlagen kalt mit etwas Neuschnee."

Rund 40 Zentimeter Neuschnee fielen in Sölden.
- ZOOM.TIROL

Verkehrsprobleme in Tirol

In Tirol kam es auch zu teils erheblichen Verkehrsbehinderungen wegen Schneefahrbahnen. In Osttirol wurde die Drautalstraße (B100) gesperrt, nachdem ein Lkw quer zur Fahrbahn zum Stehen gekommen war. Weiters galt unter anderem auf der Brennerautobahn (A13) bei der Europabrücke oder am Arlberg zwischen Langen und Sankt Christoph für LKW ab 3,5 Tonnen Schneekettenpflicht. Schneeketten waren laut ÖAMTC zudem unter anderem in Teilen des Ötztals und auf der Silvretta-Hochalpenstraße erforderlich.

Schneekettenpflicht für Lkw auf der Brennerautobahn.
- zeitungsfoto.at

Viel Regen in Osttirol und Kärnten

Neben Schnee kamen speziell in Osttirol und Oberkärnten in den Tälern auch große Regenmengen zusammen. In Dellach im Drautal schüttete und schneite es bereits 76 Liter pro Quadratmeter, gefolgt von Kötschach-Mauthen mit 73 Liter. In beiden Orten reichte es zudem für mehrere Zentimeter Neuschnee. Sehr nass waren aber auch Sillian und Lienz mit 65 und 51 Liter pro Quadratmeter, wobei die Schneefallgrenze auch hier auf Talniveau lag. Oberhalb von rund 1.000 m fielen hier bis zu 50 Zentimeter Neuschnee.

Nach Osten zu lag die Schneefallgrenze deutlich höher und die Niederschlagsmengen fielen geringer aus. Einzig im steirischen Enns- und Salzatal reichte es stellenweise noch für eine dünne Schneedecke, so wie etwa im Raum Liezen-Rottenmann und in Mariazell.

Weiterhin unbeständig und kalt

Die kommenden Tage bleiben unbeständig und relativ kalt. Dazu muss man immer wieder mit etwas Regen oder Schneefall rechnen. Der Schwerpunkt verlagert sich allerdings langsam in die Ost- und Südosthälfte. Von Vorarlberg bis Oberösterreich gibt es hingegen nur noch wenig Regen, die Sonne zeigt sich aber dennoch nur selten.

Räumfahrzeug in Seefeld.
- zeitungsfoto.at

Die Schneefallgrenze liegt in den kommenden Tagen meist bei 1.000 bis 1.500 m. In den Niederungen kommen die Temperaturen nicht über 3 bis 10 Grad hinaus, nur im östlichen Flachland sind mitunter bis zu 13 Grad möglich. Auch am kommenden Wochenende ändert sich aus heutiger Sicht vorerst wenig. (TT.com)

Winterliche Verhältnisse am Hahntennjoch.
- Paschinger