Letztes Update am Fr, 09.02.2018 16:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bolivien

Mindestens zwei Tote bei Überschwemmungen in Bolivien

Teile Boliviens wurden seit Tagen von anhaltenden Regenfällen heimgesucht, die Lage war vielerorts kritisch.

© Reuters/Danilo BalderramaTiquipaya, ein Vorort der Stadt Cochabamba, wurde bei den Überschwemmungen schwer verwüstet.



La Paz – Bei anhaltenden Überschwemmungen in Bolivien sind erneut Menschen ums Leben gekommen. In der Provinz Cochabamba im Zentrum des Landes starb ein Kind, drei weitere Menschen galten als vermisst, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auch in der Hauptstadt La Paz gab es einem Medienbericht zufolge mindestens einen Toten.

Bereits in den vergangenen Tagen wurden in dem Andenstaat Todesopfer beklagt. Weite Teile Boliviens wurden seit Tagen von anhaltenden Regenfällen heimgesucht, die Lage war vielerorts kritisch. Die Regierung erklärte am Donnerstagabend (Ortszeit) den nationalen Notstand.

Vier der neun Departments Boliviens waren von Überschwemmungen betroffen. Sorgen bereitete den Behörden die Region El Beni im Norden. Dort wurden Hochwasser im Gebiet des Flusses Mamore für die nächsten zehn Tage erwartet. Die Streitkräfte wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

Landesweit traten Flüsse über die Ufer

Zuletzt war Tiquipaya, ein Vorort der Stadt Cochabamba, schwer verwüstet worden. Das Drama war nach Ansicht von Experten vor allem dem unkontrollierten Bau von Wohnsiedlungen direkt an Flussläufen und der Entwaldung geschuldet, wie die Zeitung Pagina Siete berichtete.

Bereits in den vergangenen Tagen waren landesweit mehrere Flüsse über die Ufer getreten und hatten ganze Ortschaften zerstört. Laut dem Verteidigungsministerium waren über 8000 Familien betroffen, tausende Menschen mussten evakuiert werden. Zwischenzeitlich bedrohten die Hochwasser das große Indigenen-Schutzgebiet Tipnis zwischen den Departments El Beni und Cochabamba.

Die Wetterdienste warnten vor weiteren Niederschlägen. Auch der Norden Argentiniens und der Nordosten Chiles hatten mit dem Wetterphänomen zu kämpfen. (APA/dpa)