Letztes Update am Fr, 27.04.2018 15:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rekord

Frühsommer statt Aprilwetter: Wärmster April seit 1800

Sogar den bisherigen Spitzenreiter 2007 lässt der April 2018 hinter sich, fast alle Bundesländer verzeichnen Rekorde. Tirol tanzt aus der Reihe.

Obwohl Tirol keinen April-Rekord aufstellte, genossen viele die sommerlichen Tempeaturen in vollen Zügen. So auch TT-Leserin Christina Mairhofer am Astbergsee in Ellmau.

© Christina MairhoferObwohl Tirol keinen April-Rekord aufstellte, genossen viele die sommerlichen Tempeaturen in vollen Zügen. So auch TT-Leserin Christina Mairhofer am Astbergsee in Ellmau.



Innsbruck - April, April, der macht was er will...

Heuer zeigt sich der unberechenbare Monat allerdings von seiner sonnigen Seite: Die beiden Wetterdienste Ubimet und Zamg vermelden am Freitag, dass der April 2018 als wärmster April seit Beginn der flächendeckenden Temperaturaufzeichnungen 1800 in die Geschichte eingeht. Dabei wurde der bisherige Spitzenreiter, der April 2007, um Längen geschlagen.

„Über das gesamte Land gemittelt fiel der April gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 um rund 4,8 Grad zu warm aus“, sagt Ubimet-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. „Damit lässt der heurige April den bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahr 2007 deutlich hinter sich, dieser fiel 3,7 Grad zu warm aus.“

Zweitfrühester „30er“ der Messgeschichte

Gleich zweimal wurde im zurückliegenden Monat die 30-Grad-Marke geknackt, mit Salzburg und Wien schafften das zwei Landeshauptstädte. Der früheste Termin für das Erreichen der 30-Grad-Marke bleibt weiterhin der 17. April 1934 (ebenfalls in der Stadt Salzburg). Auf Platz zwei lagen bisher Obersiebenbrunn in Niederösterreich (30°C am 23. April 1968) und Salzburg-Freisaal (30°C am 23. April 2000).

Abweichung der Temperatur vom vieljährigen Mittel 1981-2010.
Abweichung der Temperatur vom vieljährigen Mittel 1981-2010.
- ZAMG

Tirol tanzt aus der Reihe

Fast alle Landeshauptstädte erreichten heuer einen neuen April-Rekord an Sommertagen (mindestens 25 Grad), aus der Reihe tanzen dabei lediglich die Wetterstationen in Innsbruck und Salzburg. Die Tiroler Landeshauptstadt legte 2007 mit 14 Sommertagen im April einen Österreich-Rekord auf, dagegen kann der April 2018 mit neun Sommertagen nicht ankommen.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

April 2018 in Tirol

Temperaturabweichung: +3,7°C

Abweichung der Sonnenscheindauer:

36%

Temperaturhöchstwert:

Jenbach 29,4°C am 20. April

Temperaturtiefstwert über 1000 Meter:

Brunnenkogel -17,8°C am 2. April

Temperaturtiefstwert unter 1000 Meter:

Ehrwald -5°C am 2. April

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur:

Jenbach 13,7°C (Abweichung: +4,6°C)

Höchste Sonnenscheindauer:

Innsbruck-Flughafen 230 Stunden (Abweichung: +26%)

Auffällig ist aber auch in Tirol die geringe Zahl an Tagen mit Frost: Berücksichtigt man die Prognose bis Monatsende kamen am Patscherkofel in diesem April nur 18 Tage mit Frost zusammen. In einem durchschnittlichen April sind es hier 26 Frosttage.

Kein Sonnenschein-Rekord

Auch bei der Zahl der Sonnenstunden konnte dieser April mit dem April 2007 nicht mithalten. Damals verzeichnete die Zamg um 60 Prozent mehr Sonnenstunden in Österreich. Heuer waren es 40 Prozent mehr Sonnenstunden als im Mittel, der April 2009 erreichte den selben Wert.

Die Verteilung des Sonnenscheins zeigt sich im heurigen April relativ einheitlich, von Vorarlberg bis ins Burgenland schien die Sonne im Vergleich zum Mittel um 30 bis 50 Prozent länger. Am meisten Glück hatten jedoch die Niederösterreicher:

„Die absolut sonnigsten Orte sind in Niederösterreich beheimatet“, so Spatzierer. „Mit 254 Sonnenstunden hat Irnfritz in dieser Rangliste die Nase vorne, mehr als 200 Sonnenstunden konnte man aber in jeder Landeshauptstadt genießen.“

Kaum Regen - bis auf Graz

Der April 2018 verlief in fast ganz Österreich sehr trocken, mit größtenteils nur halb so viel Niederschlag wie in einem durchschnittlichen April. Im Waldviertel und im Weinviertel fiel stellenweise sogar nur 15 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge.

Ein für April außergewöhnlich extremes Unwetter ging dafür am 16. April in Graz nieder. In der Innenstadt wurden stellenweise bis zu 162 Millimeter gemessen. In einem durchschnittlichen April regnet es im gesamten Monat in Graz rund 50 Millimeter. (kla)