Letztes Update am Mo, 27.08.2018 14:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kuratorium für Alpine Sicherheit

Erhöhte Spaltensturzgefahr auf Gletschern

Der Schneefall vom Wochenende überdeckt die Spalten und die schwachen Schneebrücken, dies könne beim Begehen „fatale Folgen“ haben.

© Peter Veider(Symbolfoto)



Innsbruck – Das Kuratorium für Alpine Sicherheit hat am Montag vor der derzeit herrschenden Gefahr von Spaltenstürzen auf Gletschern gewarnt. Der Schneefall vom Wochenende überdecke die Spalten und die schwachen Schneebrücken. „Dies kann beim Begehen von Gletschern fatale Folgen haben, Vorsicht ist geboten“, mahnte Karl Gabl, Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit, ein.

Die Unfallstatistik zeige, dass Unfälle ohne Seilsicherung auf vergletscherten Gebieten meist tödlich enden. Nur ein konsequentes „Gehen am langen Seil“ könne diese Gefahr bannen, so Gabl. Bei Hochtouren müsse neben der Spaltensturzgefahr auch die tageszeitliche Erwärmung beachtet werden. Die zunehmende Temperatur schwäche die Schneedecke über den Spalten. Ebenso steige die Gefahr von Lawinen.

Die Altschneedecke auf den heimischen Gletschern sei fast gänzlich abgeschmolzen und auch die letzten Firnfelder seien verschwunden, warnte der Salzburger Gletscherforscher Heinz Slupetzky. Durch die Windverfrachtung können Spalten zugeweht sein und die Schneebrücken seien nicht stabil. Durch das vermehrte Abschmelzen der Gletscher in den letzten Jahrzehnten sind außerdem die Spalten um diese Zeit und im Herbst offen bzw. nur mit wenig tragfähigem Schnee überdeckt. Das Abschmelzen lasse zudem bis in große Höhen instabilen Altschnee entstehen, meinte Slupetzky.

Seit 1. Mai gab es in Österreichs Bergen 73 Verunfallte auf einer Hochtour, zeigte das Kuratorium auf. 20 Personen verunfallten auf Gletschern durch Spaltenstürze, eine Person kam dabei ums Leben. Im Zehnjahresmittel enden sechs Prozent der Hochtourenunfälle tödlich und 18 Prozent mit schweren Verletzungen. (APA)