Letztes Update am Mo, 10.09.2018 23:48

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Hurrikan „Florence“ auf Kategorie vier hochgestuft

Der Wirbelsturm „Florence“ wird immer stärker. Die sprechen erste Evakuierungs-Anordnungen aus.

© REUTERSSymbolfoto.



Miami – Mit ersten Evakuierungen hat sich die Ostküste der USA am Montag auf den Hurrikan „Florence“ eingestellt. Der wurde auf der fünfstufigen Hurrikan-Skala mittlerweile von Kategorie eins auf Kategorie vier hochgestuft. Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Warnzentrums (NHC) sollte das Zentrum des Wirbelsturms am Donnerstag auf die Küste treffen.

Am Montagabend (18.00 Uhr MESZ) lag das Zentrum des Wirbelsturms nach Angaben des NHC 925 Kilometer süd-südöstlich von Bermuda. Er zog demnach mit 20 Stundenkilometern weiter in nord-nordwestliche Richtung, die Windgeschwindigkeit betrug 195 Stundenkilometer.

Hurrikan "Florence" aus dem All aufgenommen.
- Reuters

Am Dienstag und Mittwoch sollte „Florence“ zwischen den Bahamas und Bermuda hindurch in Richtung der US-Ostküste ziehen, wo er am Donnerstag erwartet wird. Bis dahin werde „Florence“ zu einem „extrem gefährlichen, bedeutenden Hurrikan“ auswachsen, erklärte das NHC.

Wohl langer Streifen der Ostküste betroffen

Dem Hurrikanzentrum zufolge dürfte der Hurrikan einen langen Streifen der US-Ostküste vom Norden Floridas bis nach New Jersey treffen. Am stärksten würden voraussichtlich die Bundesstaaten North- und South Carolina sowie Virginia getroffen. Die drei Bundesstaaten riefen bereits den Notstand aus, um die Vorbereitungen zu beschleunigen. Ab Dienstag wird laut NHC in einigen Gegenden mit Sturmflutwarnungen zu rechnen sein.

Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, ordnete an, einen fast 320 Kilometer langen Küstenabschnitt zu evakuieren. Bis zu eine Million Menschen in der Region wurden aufgerufen, sich ab Dienstagmittag (18.00 Uhr MESZ) in Sicherheit zu bringen. „Dies ist ein sehr gefährlicher Hurrikan“, sagte McMaster. Daher dürfe kein Risiko eingegangen werden.

Virginias Gouverneur Ralph Northam bezeichnete „Florence“ als möglicherweise „bedeutendsten Hurrikan seit Jahrzehnten“. Er warnte vor „katastrophalen“ Überschwemmungen, starken Winden und weitflächigen Stromausfällen. Das gefährlichste an Hurrikans seien nicht der starke Wind, sondern Überschwemmungen, warnte er.

Die US-Marine erteilte sämtlichen Schiffen auf ihrem Stützpunkt Hampton Roads in Virginia die Anweisung, aufs offene Meer auszuweichen, da ein Verbleib im Hafen zu gefährlich sei. Später wies sie zudem 30 Kriegsschiffe ihres Stützpunktes in Norfolk (Virginia) an, aufs Meer hinauszufahren. „Unsere Schiffe können Hurrikane dieser Stärke besser aushalten, wenn sie in Bewegung sind“, sagte Marinekommandant Christopher Gerdy.

Das Büro des Gouverneurs von North Carolina, Roy Cooper, teilte mit, „Florence“ mache sich an der Küste bereits durch starken Wellengang bemerkbar. Strömung und Brandung seien schon jetzt lebensgefährlich. Die Behörden erließen eine Evakuierungsanordnung für die Bewohner der Insel Hatteras. Ab Dienstag galt eine entsprechende Anweisung für Bereiche der Inselkette Outer Banks vor der Küste von North Carolina.

Trump sagt Termin in Mississippi ab

Auch der US-Präsident plante wegen der erwarteten Bedrohung in den Küstenstaaten um. Donald Trump sagte „zur Sicherheit“ einen Wahlkampftermin in Jackson im Bundesstaat Mississippi am Freitag ab, wie er am Montag mitteilte.

Zwei weitere Wirbelstürme folgten bereits dem Pfad von „Florence“: „Helene“ erreichte am Montag laut NHC Windgeschwindigkeiten von 165 Stundenkilometern. „Isaac“ steuerte mit Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern auf die Kleinen Antillen zu. Die Inseln leiden noch immer unter den Folgen von Hurrikan „Maria“.

Im August und September 2017 hatten innerhalb weniger Wochen die drei Wirbelstürme „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ schwere Schäden in der Karibik und im Südosten der USA angerichtet. Tausende Menschen kamen damals ums Leben. (APA/AFP)