Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.11.2018


Hagelabwehr

Tiroler Hagelflugzeug bleibt vorerst nur ein Traum

Elfmal waren die bayerischen Piloten über den Bezirken Kufstein und Kitzbühel unterwegs, um mit Silberjodid das Schlimmste zu verhindern.

© Hagelabwehr, Vogl



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Walter J. Mayr, rühriger Präsident der Euregio Inntal und zugleich Obmann der daraus entsprungenen Hagelabwehr Tirol, lässt nicht locker. Weiterhin ist es ein Fernziel von ihm, im Unterland, dabei bevorzugt in Langkampfen, ein eigenes Fugzeug zur Hagelabwehr zu stationieren. Aber der Plan wird immer mehr zum nicht erfüllbaren Traum. 250.000 Euro müsste Mayr für eine gebrauchte Maschine der bayerischen Hagelabwehr auftreiben, zudem braucht es nochmals zwischen 40.000 und 60.000 Euro im Jahr für Betriebskosten. Erreichbar wäre das nur mit Geld von Sponsoren, in diesem Fall besonders vom Land Tirol. Dort habe man aber abgewunken, wie Mayr erzählt. Auch weil dem Verein noch Mitglieder abgehen. Während im Bezirk Kufstein 29 Gemeinden (außer Münster) beigetreten sind, haben nur sechs im Bezirk Kitzbühel die Mitgliedschaft beschlossen, 14 fehlen noch. Dadurch gibt es kein geschlossenes Signal in Richtung Innsbruck. Ewig wird man in Tirol nicht mehr Zeit haben. Die bayerischen Flieger beabsichtigen, eine neue Maschine anzukaufen und daher die besagte gebrauchte zu verkaufen. Vorzugsweise an die Tiroler, aber notfalls auch an andere Interessenten.

Darin zeigt sich auch das gute Einvernehmen der bayerischen Piloten mit den Tirolern. Daher werden sie auch weiterhin für die beiden Bezirke im Einsatz stehen. Die Hagelflieger unter Chefpilot Georg Vogl „dringen“ seit knapp 18 Jahren in den Luftraum ein, um die Gewitterwolken mit Silberjodid zu „impfen“ und damit die Entstehung von großen Hagelkörnern zu verhindern.

Elfmal, wie gestern bei der Jahreshauptversammlung der Hagelabwehr Tirol zu erfahren war, mussten sie 2018 einen Einsatz fliegen. Dafür berappten die Gemeinden knapp 8000 Euro Aufwandsentschädigung. Das Problem bei der Bekämpfung sei, dass diese Hagelzellen immer kurzfristiger und lokal begrenzter auftreten würden, wie Mayr berichtete.