Letztes Update am Do, 29.11.2018 16:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wetter

Sonnig, warm und zu trocken: Das war der November in Tirol

Teils mehr als 3 Grad wärmer als im langjährigen Mittel, viel zu trocken und föhnig: In Tirol gab es im November kaum Schnee, dafür aber überdurchschnittlich viele Sonnenstunden.

Der Inn in Zams: Ein sonniger und warmer November geht in Tirol zu Ende.

© Leserfoto Stefanie StarkDer Inn in Zams: Ein sonniger und warmer November geht in Tirol zu Ende.



Innsbruck – Von einem trüben November war in diesem Jahr nichts zu spüren: An der Alpennordseite war es in diesem Monat außerordentlich sonnig – und deutlich wärmer als im langjährigen Mittel. Österreichweit fällt der November knapp 2,2 Grad zu warm aus. „Die stärksten Abweichungen von teils über 3 Grad gab es im westlichen Bergland sowie teils auch in Kärnten“, sagte Ubimet-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. Hauptverantwortlich für einen abermals zu warmen Monat war in der ersten Monatshälfte rege Tiefdrucktätigkeit über Westeuropa, welche hierzulande zu einer anhaltenden föhnigen Südströmung geführt hat.

Die höchste Temperatur wurde mit 23,8 Grad in der Stadt Salzburg verzeichnet. Mit Umstellung der Großwetterlage in der zweiten Monatshälfte gab es vermehrt Ostlagen, somit fallen die Temperaturabweichungen im Osten mit 1 bis 2 Grad geringer aus.

Nur 5 bis 15 Prozent Niderschlag in Tirol

Im Westen Österreichs fiel – bedingt durch den Wechsel von Süd- und Ostlagen – außergewöhnlich wenig Niederschlag. Vor allem in Vorarlberg und Nordtirol wurden meist nur 5 bis 15 Prozent des Solls erreicht. „Damit gab es im westlichen Bergland auch nahezu keinen Neuschnee“, stellt Spatzierer fest. Haiming und Landeck gehören mit gerade einmal zwei Litern Niederschlag pro Quadratmeter zu den trockendsten Orten Österreichs. Nur ein Liter mehr fielen in Imst, Jenbach und Seefeld. Auf vier Liter brachten es Hochzirl, Rinn, Strengen und St. Leonhard/Pitztal. Innsbruck und Galltür bekamen fünf Liter Niderschlag pro Quadratmeter im gesamten Monat ab.

Vom Waldviertel über das Wiener Becken bis zum Grazer Becken liegen die Werte dagegen im Bereich oder teils sogar oberhalb des langjährigen Mittels, so gab es in Graz, St. Pölten, Eisenstadt und Wien durchschnittliche Niederschlagsmengen.

161 Sonnenstunden am Hahnenkamm

Die föhnige Wetterphase sowie die teils trockene Ostströmung schlägt sich auch in der Sonnenscheinbilanz nieder. Mit 161 Sonnenstunden bis zum heutigen Tag wurden die meisten Sonnenstunden am Hahnenkamm in Tirol verzeichnet. Allgemein übertraf die Sonne von Vorarlberg bis zum westlichen Niederösterreich ihr Soll. „In Bad Aussee schien die Sonne fast doppelt so lange wie in einem durchschnittlichen November“, sagt der Experte. Trüber als üblich war es dagegen von Osttirol über Kärnten bis zur Oststeiermark.

Der Föhn machte sich in Tirol auch mit starken Böen bemerkbar. Die höchsten Windspitzen wurden am 6. November auf dem Patscherkofelmit 140 km/h und am 1. November auf den Brunnenkogel mit 119 Stundenkilometern gemessen. Mit Böen von 86 km/h am Allerheiligentag liegt Innsbruck hinter Rottenmann (Steiermark, 108 km/h) und Bad Gastein (Salzburg, 97 km/h) auf dem dritten Platz.

Erste Eistage in Ostösterreich

Anders als in der Osthälfte Österreichs bekam Tirol noch keinen kräftigen Schneefall bis ins Flachland ab. Ein Italientief ließ es am 20. November war vor allem in Kärnten schneien. Sieben Tage später fielen dann im östlichen Bergland jede Menge Flocken: „In Mariazell wurde an diesem Tag mit 25 Zentimeter sogar die höchste Schneedecke im November seit 2013 gemessen“, so der Meteorologe.

Zudem gab es in mittleren Höhenlagen auch die ersten Eistage der Saison – nämlich am 19., 27. und 28. November. Am 29. November gab es bei windschwachen und klaren Verhältnissen im Nordosten stellenweise sogar die kälteste Novembernacht seit 2005: „Kältepol war Summerau im Mühlviertel mit -15,3 Grad“, sagt der Meteorologe.

In Tirol fielen die Werte in den vergangenen Nächten zwar auch unter den Gefrierpunkt, tagsüber blieben die Werte aber immer in den Plusgraden. Zumindest die Bergspitzen wurden ein bisschen angezuckert. (TT.com)