Letztes Update am Do, 14.03.2019 09:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Tornado fegte durch deutsches Städtchen: fünf Verletzte

Eine seltene Windhose fegte am Mittwoch durch die deutsche Gemeinde Roetgen. Fünf Menschen wurden verletzt, 40 Häuser beschädigt.

Durch den Tornado wurden mindestens fünf Menschen verletzt. Dutzende Häuser wurden beschädigt.

© YouTube/ScreenshotDurch den Tornado wurden mindestens fünf Menschen verletzt. Dutzende Häuser wurden beschädigt.



Roetgen — Bei einem Tornado in der deutschen Eifel-Gemeinde Roetgen sind am Mittwoch fünf Menschen verletzt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher Donnerstagfrüh. Außerdem wurden nach Angaben der Feuerwehr bis zu 40 Häuser beschädigt.

Der Sturm hat am Mittwoch südlich von Aachen Dächer abgedeckt und Dutzende Häuser beschädigt. „Zehn Häuser davon sind nicht mehr bewohnbar", sagte ein Sprecher der Feuerwehr-Einsatzleitung am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Zwei Häuser im Ort Roetgen hätten kein Obergeschoss mehr. Es habe einen Leichtverletzten gegeben, der vorsorglich mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden sei.

„Er ist durchgefegt, kurz und heftig", beschrieb der Feuerwehr-Sprecher das Naturereignis am Nachmittag. Der Sturm habe sich danach schnell wieder verzogen. Schäden gebe es relativ konzentriert an zwei Straßen. Auch im Umland seien aber Bäume umgefallen. Durch umherfliegende Teile wurden Autos beschädigt.

Etwa 30 Menschen brauchen andere Unterkunft

In der Grundschule in Roetgen sei eine Betreuungsstelle eingerichtet worden, ein Bus fahre die Betroffenen hin. Die Feuerwehr schätzte, dass etwa 30 Menschen vorübergehend eine andere Unterkunft bräuchten. Es sei aber davon auszugehen, dass viele davon bei Verwandten oder Bekannten unterkommen könnten. Die Stimmung im Ort sei ruhig, berichtete ein dpa-Fotoreporter.

Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit mehr als 200 Kräften im Einsatz. Hinzu kamen rund 30 Polizisten. Der Deutsche Wetterdienst bestätigte, dass ein Gewitter über die Eifel gezogen sei. Auf einem Video, das der WDR via Twitter verbreitete, ist zu sehen, wie eine deutlich erkennbare Windhose über den Ort zieht.

Luftsäule mit Bodenkontakt

Unter Tornados verstehen Wetterkundler des Deutschen Wetterdienstes eine Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert und sich dabei unter einer tiefen Wolkenbasis befindet. Weitere Voraussetzungen für das Entstehen sind laut DWD starke Temperaturgegensätze, aufsteigende Luft und vertikale Windscherung, also die Zunahme der Windgeschwindigkeit. 2018 hatte der DWD deutschlandweit 17 nachgewiesene Tornado-Ereignisse registriert, davon vier in NRW.

Die Dunkelziffer ist hoch, da Tornados nur durch Augenzeugen bestätigt werden können. Zudem entstehen sie unvorhersehbar innerhalb weniger Minuten und sind oft ebenso schnell vorüber. Jeder Tornado ist gefährlich: Es kann dabei immer Todesopfer geben, warnen die Experten. (APA/dpa, TT.com)


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