Letztes Update am Mi, 05.06.2019 12:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Schwere Sturmschäden: Möglicherweise Tornado in Bocholt

Abgedeckte Häuser, 100 entwurzelte Bäume, ein Auto, das wie Spielzeug durch die Luft flog: Meteorologen prüfen, ob der Sturm im deutschen Münsterland als Tornado eingestuft werden kann.

Ein Auto lag nach dem Sturm in Bocholt auf dem Dach.

© Facebook/Sever Weather EuropeEin Auto lag nach dem Sturm in Bocholt auf dem Dach.



Bocholt — Im münsterländischen Bocholt hat in der Nacht zum Mittwoch ein schwerer Sturm für erhebliche Schäden gesorgt — möglicherweise ein Tornado. Ein Auto sei zehn Meter weit durch die Luft gewirbelt, ein Dach komplett abgedeckt worden, sagte ein Sprecher der deutschen Stadt. Insgesamt seien neun Häuser beschädigt und etwa 100 Bäume entwurzelt worden oder hätten schwere Schäden davongetragen. Ein Mensch sei leicht verletzt worden.

„Da hat eine lokale Windhose massiv gewütet", berichtete der Sprecher. Rund 90 Feuerwehrleute waren den Angaben zufolge in der Nacht über Stunden im Einsatz, am Morgen setzten sie die Aufräumarbeiten fort. Die Stadt richtete einen Krisenstab ein. Versicherungssachverständige ermitteln die Schadenshöhe. „Das könnte ein Tornado gewesen sein", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Genauere Untersuchungen gebe es nun vor Ort.

Zerstörerische Stürme hatten zuletzt in Nordrhein-Westfalen mehrfach für Aussehen gesorgt: Im Mai 2018 fegte ein Tornado durch einen Ortsteil von Viersen am Niederrhein und richtete Millionenschaden an. Vor knapp drei Monaten schlug ein Tornado eine Schneise der Verwüstung im Eifel-Örtchen Roetgen. Im Jahr 2018 verzeichnete der DWD bundesweit insgesamt 17 Tornados.

Insgesamt war das Gewitter, das in der Nacht über Nordrhein-Westfalen zog, schwächer als erwartet. Über Belgien und die Niederlande war es zuvor noch mit Böen von mehr als 100 km/h gezogen. Im Laufe des Mittwochs bleibe es laut DWD-Prognose zunächst ruhig. In der Nacht zum Donnerstag könnten dann aber von Südwesten her wieder neue Unwetter aufziehen. (dpa)

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