Letztes Update am So, 23.06.2019 11:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hitzewelle

Hitzewelle im Anmarsch: Wer gewinnt, wer verliert

Kommende Woche wird’s heiß in Europa: Mitte der Woche werden teils 40 Grad erwartet. Es könnte ein Rekord-Juni werden. Wer die Gewinner und Verlierer an Hitzetagen sind.

Abkühlung gesucht: Spätestens ab Mitte nächster Woche klettern auch in Österreich die Temperaturen Richtung Hitze.

© iStockAbkühlung gesucht: Spätestens ab Mitte nächster Woche klettern auch in Österreich die Temperaturen Richtung Hitze.



Innsbruck, Wien – Meteorologen sprechen von einer Hitzwelle, wenn bestimmte Kriterien zutreffen. Dazu zählt u. a., dass die Temperaturen an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens bei 30 Grad liegen ­müssen. Ab Mitte nächster Woche ist für etwa zehn Tage mit solch einer Periode zu rechnen, bestätigt ZAMG-Direktor Michael Staudinger. Jährlich treten in Österreich im Schnitt fünf solche Hitzephasen auf. Der Juni 2019 wird den bisherigen Spitzenreiter, den Juni 2003, ziemlich sicher übertreffen, heißt es seitens der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Der Juni 2019 verlief von Beginn an überdurchschnittlich warm, Grund dafür war, dass seit Beginn des Monats durchgehend Luft aus Südeuropa, zeitweise sogar aus Nordafrika, nach Österreich strömte. Kommen Hitzetage, gibt es Gewinner und Verlierer.

Strom- und Wasseranbieter profitieren von Hitzetagen.

Die Hitze und der dadurch bedingte Einsatz von Klimaanlagen lassen den Stromverbrauch nicht nur in großen Städten wie Wien auf Rekordhöhen klettern. Hohe Temperaturen haben auch einen Einfluss auf den Stromverbrauch in Tirol: Ein höherer Stromverbrauch entsteht beispielsweise durch Kühl- und Gefriergeräte im Haushaltsbereich und im Gewerbe. Auch die – in den letzten Jahren steigende – Verbreitung von Klimaanlangen dürfte nach Einschätzung der Tiwag eine Rolle spielen.Bei länger andauernden Hitzeperioden mit beispielsweise Tageshöchsttemperaturen von 33 Grad und Nachttiefsttemperaturen von 19 Grad ist von einer Verbrauchssteigerung von ca. 3 bis 5 Prozent auszugehen, bezogen auf die Tagessummenlast. Bei kurzfristigen Hitzephasen (bzw. am Beginn einer Hitzeperiode) ist der Einfluss ab dem späten Vormittag und am Nachmittag spürbar. Bei längeren Perioden laufen Kühlgeräte, Klimaanlagen etc. rund um die Uhr durch und heben damit auch den Stromverbrauch in der Nacht an.

Und: Der Verbrauch von Wasser ist an heißen Tagen in Haushalten mehr als doppelt so hoch wie an durchschnittlichen Tagen. Der Tagesverbrauch pro Person liegt bei 160 Litern, das sind im Schnitt um 30 Liter mehr pro Tag als im Jahresdurchschnitt.

Mehr Umsätze für Eissalons.

Klettern die Temperaturen auf über 30 Grad,dann verdreifachen Eisgeschäfte laut WKO ihre Tagesumsätze im Schnitt.

Trockenperioden schaden Landwirtschaft.

Fakt ist, dass die Bauern zunehmend mit Wetterextremen konfrontiert sind, auch längere Hitzeperioden richten viel Schaden an. 80 Prozent des Ertrages hängen vom Wetter bzw. vom Klima ab. In Österreich sind Dürreschäden bei Grünland versicherbar.

Tourismus: Städte leiden unter Hitze, Gebirge profitiert.

Extreme Hitze lastet ungemein schwer auf größeren Städten, der Klimawandel verschärft die Situation von Jahr zu Jahr. Touristen meiden Städte bei Hitze, an heißen Tagen gewinnen Begriffe wie „Sommerfrische“ am Land und im Gebirge wieder mehr Bedeutung. (TT, lipi)