Letztes Update am Sa, 29.06.2019 20:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland

Tote und Hunderte Verletzte bei Hochwasser in Sibirien

Nach tagelangen Regenfällen versinken im Irkutsker Gebiet rund 50 Ortschaften in den Fluten.



Irkutsk – Bei einem schweren Hochwasser in Sibirien ist die Zahl der Toten nach Angaben des Zivilschutzes auf drei gestiegen. Darunter sei auch ein Kind. Zudem gebe es rund 350 Verletzte, wie das russische Zivilschutzministerium am Samstag mitteilte. Am Freitag war von zwei Toten die Rede gewesen.

Erstmals gab es nun auch Angaben zu Verletzten, knapp 100 waren demnach in Krankenhäusern. Nach tagelangen Regenfällen versanken im Irkutsker Gebiet rund 50 Ortschaften in den Fluten. Mehr als 4000 Gebäude, zahlreiche Brücken und Straßen wurden beschädigt oder zerstört.

Mehr als 10 000 Menschen seien von den Überschwemmungen betroffen, hieß es. Viele mussten mit Booten und Rettungshubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Das Ministerium warnte, dass sich die Hochwasserlage wegen anhaltenden Regens noch verschlimmern werde. In den betroffenen Gebieten wurde der Ausnahmezustand verhängt. Auch der russische Präsident Wladimir Putin lasse sich über die Lage fortlaufend informieren, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Durch den Regen trat in mehreren Flüssen das Wasser über die Ufer. Medien berichteten von zahlreichen Vermissten sowie vielen toten Nutztieren, darunter Kühe und Pferde. Im russischen Fernsehen waren dramatische Rettungsszenen und große Zerstörungen zu sehen. Einsatzkräfte brachten Nahrungsmittel und Trinkwasser in die Region. Regierungschef Dmitri Medwedew ordnete zudem die Auszahlung von finanziell gestaffelten Soforthilfen an - für die Hinterbliebenen der Toten, für die Verletzten und für durch Schäden betroffene Bürger.

Die Region kommt seit Monaten nicht zur Ruhe. Zuletzt hatte es in dem Gebiet nach langer Trockenheit auch schwere Waldbrände gegeben, bei denen ebenfalls Häuser zerstört wurden. Bürger klagten, dass in der klimatisch ohnehin schwierigen Region mit einem kurzen Sommer nun auch große Teile des angebauten Obstes und Gemüses zerstört seien. (dpa)




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