Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.07.2019


Bezirk Imst

Längenfelder Ortsteil Gries schrammte knapp an Katastrophe vorbei

Am 12. Juni kam die Längenfelder Fraktion mit einem blauen Auge davon, doch der Hochwasserschaden liegt bei 1,4 Millionen Euro.

Am 12. Juni wurden Teile der Straße nach Gries überflutet.

© www.drohne-tirol.at/VolggerAm 12. Juni wurden Teile der Straße nach Gries überflutet.



Von Thomas Parth

Längenfeld – Als Ortsteil von Längenfeld ist Gries im Sulztal speziell bei Wanderern beliebt. Wie rasch sich die beschauliche Situation auf 1500 Metern Seehöhe ändern kann, erfuhr die Ortschaft am 12. Juni 2019. „Binnen von Minuten hat sich die Situation zugespitzt“, rief BM Richard Grüner bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Erinnerung.

Dramatische Bilder, u. a. Videoaufnahmen einer Drohne, bekamen da die Zuschauer zu sehen. Der sonst so friedlich dahinplätschernde Fischbach schwoll in kürzester Zeit zum reißenden Wildbach an und bedrohte den Grieser Ortskern.

Durch rasches Handeln, ein Bagger befestigte mit großen Steinen die Ufer und errichtete einen Steindamm, konnte ein Überlaufen ins besiedelte Gebiet verhindert werden. Dabei sei es gar nicht so leicht gewesen, bei Gefahr im Verzug rasch Material, Bagger und Fahrer vor Ort zu bekommen.

Nur durch rasche Hilfe konnten gröbere Schäden verhindert werden.
Nur durch rasche Hilfe konnten gröbere Schäden verhindert werden.

„Für die Sofortmaßnahmen habe ich jetzt 81.000 Euro budgetiert“, informiert BM Grüner den Gemeinderat, wobei „die Gesamtschadenssumme auf 1,4 Millionen Euro netto“ komme. Das Nötigste an Aufräumarbeiten sei aktuell erledigt. „Aber die restlichen Maßnahmen können erst im Herbst bei Niedrigwasser erfolgen“, so Grüner. Die Gemeinde Längenfeld arbeite eng mit der Wildbach- und Lawinenverbauung zusammen.

„Die Strelesperre wurde einst von der Wildbach errichtet. Sie ist aber ins Gemeindevermögen übergegangen. Damit auch die Pflicht, die Sperre zu räumen und in Stand zu halten“, weiß der Ortschef: „Es wurde auch im letzten Herbst das gesamte Fangbecken ausgebaggert. Aber aufgrund des mitgeführten Materials war die Sperre in wenigen Minuten wieder voll.“ Das Hochwasser hat hier im Bereich der Sperre eine Stützmauer unterspült, die erst heuer im Herbst saniert werden kann.

Man habe bereits um Unterstützung in der Gemeindeabteilung des Landes angesucht. „Mir sind von Land und Bund sofort 40 Prozent der Gesamtsumme zugesagt worden“, bestätigt BM Grüner. Seinem Antrag auf Bewilligung der vorläufig veranschlagten Mittel stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.