Letztes Update am Mo, 29.07.2019 10:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

120 Liter Regen im Unterland: Feuerwehr im Dauereinsatz

Seit dem späten Sonntagabend waren die Einsatzkräfte im Einsatz. Starker Regen ließ die Bäche in Niederndorf anschwellen, Straßen wurden überflutet.

Mit Sandsäcken und Pumpen kämpfte die Freiwillige Feuerwehr Niederndorf gegen das Wasser.

© ZOOM.TIROLMit Sandsäcken und Pumpen kämpfte die Freiwillige Feuerwehr Niederndorf gegen das Wasser.



Niederndorf — In der Nacht auf Montag regnete es im Unterland stark. Besonders in Niederndorf verschärfte sich die Lage im Laufe der Nacht. Die Freiwillige Feuerwehr stand im Dauereinsatz. Mehrere kleine Bäche und Zuläufe, die normalerweise trocken sind, sind durch die starken Niederschläge übergelaufen. Dabei wurden Felder geflutet, unter anderem im Aubereich nahe der Grenze in Richtung Hechenberg.

Mit Sandsäcken und Pumpen kämpften die Einsatzkräfte gegen die Wassermassen. Die Feuerwehr musste auch zu einer Baustelle ausrücken. Dachrinnen und Rohre waren bei einem Umbau noch nicht wieder angebracht. Das Wasser suchte sich seinen Weg in den Keller.

Die Bäche traten über die Ufer.
Die Bäche traten über die Ufer.
- ZOOM.TIROL

"Entspannt ist man nach so einer Nacht nicht, aber die Lage beruhigt sich. Es hat sich gezeigt, dass unsere Einsatzkräfte eine tolle Schlagkraft haben und die Zusammenarbeit super funktioniert. Wir sind dankbar, dass alles so gut abgelaufen ist", sagte der Niederndorfer Bürgermeister Christian Ritzer gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

120 Liter Regen pro Quadratmeter in Niederndorferberg

Nach Angaben Österreichsichen Unwetterzentrale (UWZ) fielen in Niederdorfernberg 120 Liter Regen pro Quadratmeter in den vergangenen 24 Stunden. Ein Tief lenkt seit Sonntag sehr feuchte Mittelmeerluft in den Alpenraum, an der Alpennordseite von Vorarlberg bis Oberösterreich wurde diese förmlich ausgequetscht. „Die Folge sind sehr große Regenmengen, die bis dato zusammengekommen sind", bilanziert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. „Verbreitet wurden 40 bis 70 l/m² Regen gemessen, lokal sind aber auch Regenmengen von deutlich mehr als 100 l/m² registriert worden."

In Rußbach im Tennengau sind beispielsweise 112 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden, als Konsequenz wurde dort Zivilschutzalarm ausgelöst. Dazu reagieren viele Bäche und Flüsse auf die großen Regenmengen: In Mittersill ist der Pegel der Salzach von 200 auf 500 cm angestiegen, was Alarmstufe 2 bedeutet. Einen deutlichen Anstieg verzeichnete auch die Tiroler Ache.

Im Laufe des Montags stabilisiert sich die Wetterlage laut UWZ-Experten allmählich. Der kräftige Regen zwischen Kaiserwinkl und Eisenwurzen klingt im Tagesverlauf ab. „In den kommenden Tagen erwartet uns dann sommerlich warmes, aber nicht ganz beständiges Wetter", prognostiziert Spatzierer. Bis zu 30 Grad sind am Dienstag in Tirol möglich. Bios zum Wochenende soll es sommerlich warm bleiben, es besteht aber immer Gewittergefahr - besonders im Berg- und Hügelland. (TT.com, jazz)


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