Letztes Update am Mo, 02.09.2019 13:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wetter

August 2019 einer der zehn wärmsten der Messgeschichte

Vor allem im Osten fiel der August besonders heiß und trocken aus. In Tirol war hingegen etwas häufiger Regen statt Sonnenschein angesagt.

Ein Regenbogen vor der Hohen Salve: Im Vergleich zum Rest Österreichs bekamt Tirol im August viel Regen ab - vor allem im Bezirk Landeck.

© TT-Leserin Erika HausbergerEin Regenbogen vor der Hohen Salve: Im Vergleich zum Rest Österreichs bekamt Tirol im August viel Regen ab - vor allem im Bezirk Landeck.



Innsbruck — Nachdem der Sommer 2019 als zweitwärmster in die (Mess-)geschichte eingeht, fällt auch die August-Bilanz überdurchschnittlich aus. Der August 2019 lag in Österreich 1,8 °C über dem vieljährigen Mittel und war damit einer der zehn wärmsten der 253-jährigen Messgeschichte der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Verantwortlich dafür sind vor allem die Temperaturen im Osten Österreichs, in Tirol war der Sommerausklang nicht ganz so heiß.

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In Vorarlberg, Nordtirol und in den nördlichen und westlichen Teilen von Salzburg war der August im langjährigen Vergleich zwischen einem und 1,5 Grad wärmer. Weiter im Osten war er um 1,5 bis 2,5 Grad zu warm. Vom Neusiedler See bis zum Südburgenland war es mit Abweichungen von 2,6 bis 2,8 Grad noch etwas heißer. Im Burgenland wurde mit 35,6 Grad in Andau am 10. August auch die absolut höchste Temperatur des Monats erzielt. Generell war es am 18. August am heißesten. An diesem Tag wurden an 122 Wetterstationen die jeweiligen Monatshöchstwerte erreicht.

Trend zu Hitze und Trockenheit fortgesetzt

„Überdurchschnittlich warme August-Monate sind in den letzten Jahren fast schon der Normalfall", sagt Alexander Orlik von ZAMG, „seit 1990 gab es in Österreich 12 deutlich überdurchschnittlich warme und nur drei deutlich zu kühle August-Monate, 15 Mal lag ein August ziemlich genau im Bereich des Durchschnitts."

Auch innerhalb des Jahres setzt sich der Trend zu wärmeren und trockeneren Monaten fort. Der August war heuer der sechste zu trockene Monat. Nur Jänner und Mai brachten überdurchschnittlich viel Niederschlag. Die Regenmengen lagen im August 2019 in der österreichweiten Auswertung um 21 Prozent unter einem durchschnittlichen August. „Nur in wenigen Regionen war der August 2019 überdurchschnittlich nass, wie größtenteils in den Bezirken Bludenz, Landeck und Hollabrunn", sagt Orlik. So war Nauders der nasseste Ort im vergangenen Monat. „Wie so oft im Sommer gab es bei Gewittern innerhalb von kurzer Zeit große Regenmengen", meint Orlik.

Wenig Frost im Hochgebirge, wenig Sonnenschein

Die fast durchwegs sehr warmen Wetterlagen wirkten sich auch auf den Frost im Hochgebirge aus. Am Sonnblick-Observatorium der ZAMG, auf 3.109 Meter Seehöhe in den Hohen Tauern, gab es nur sechs Frosttage. Ein durchschnittlicher August bringt am Sonnblick elf Frosttage, also fast doppelt so viele wie in diesem Jahr. Außerdem registrierte die ZAMG am Sonnblick keinen einzigen Eistag, wofür die Temperatur ganztägig unter null Grad liegen müsste. Im vieljährigen Durchschnitt gibt es hier zwei Eistage.

Tirol-Bilanz

Niederschlagsabweichung: +10%

Temperaturabweichung: +1.3 °C

Abweichung der Sonnenscheindauer: -8%

Temperaturhöchstwert: 34.0 °C am 9.8. (Innsbruck-Uni)

Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): -6.6 °C am 14.8. (Brunnenkogel)

Temperaturtiefstwert unter 1000 Meter: 5.1 °C am 15.8. (Achenkirch)

Höchste Sonnenscheindauer: 210 Stunden (Innsbruck-Uni)

Die Sonnenscheindauer lag im August um sechs Prozent hinter dem Normalwert zurück. Damit ist das der sonnenärmste August seit 2014. Damals schien die Sonne im Österreichmittel um 21 Prozent weniger. Die größten Differenzen zum jeweiligen Mittel gab es mit zehn bis 30 Prozent vom Tiroler Unterland bis Salzburg, in Osttirol, Oberkärnten und in der Obersteiermark entlang der Mur. (TT.com/APA)