Letztes Update am Mo, 30.09.2019 12:51

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Sturm „Mortimer“ zieht über Deutschland: Stop-and-go im Fernverkehr

Umgestürzte Bäume, gesperrte Zugstrecken, Unfälle: Herbststurm „Mortimer“ macht den Menschen in Deutschland zu schaffen. Der Wind soll erst ab Dienstag nachlassen.

Eine Passantin kämpft mit ihrem Regenschirm vor dem Brandenburger Tor gegen den Wind.

© dpaEine Passantin kämpft mit ihrem Regenschirm vor dem Brandenburger Tor gegen den Wind.



Berlin – Starker Wind und reichlich Regen: Herbststurm „Mortimer“ sorgt an vielen Orten in Deutschland für Beeinträchtigungen und hat vor allem den Fernverkehr der Bahn empfindlich getroffen. Seit dem Morgen gab es zahlreiche Streckensperrungen, Reisende mussten Verzögerungen einplanen.

Sperrungen gab es am Montagmittag noch auf der Strecke Nürnberg – Augsburg, hier war ein Baum umgestürzt. Züge des Fernverkehrs wurden umgeleitet. Voraussichtlich gesperrt bis zum Betriebsschluss am Montag bleibt auch die Strecke Wolfsburg – Braunschweig – Göttingen.

Andere Sperrungen aufgrund des Sturmtiefs waren am Mittag wieder aufgehoben: Frei waren etwa die Verbindungen Berlin – Hannover und Berlin – Hamburg. Auch auf den wieder freien Strecken brauchten Reisende Geduld, da es dennoch zu Verspätungen und Ausfällen kommen könne.

Bäume stürzten auf Fahrzeuge

Im Neuruppin in Brandenburg wurde ein Mensch wegen des Sturms unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt. Die Person sei aber ansprechbar und werde behandelt, sagte eine Polizeisprecherin am Montagvormittag.

Auf der A31 im Emsland warfen Sturmböen einen Lastzug um. Der Fahrer sei bei dem Unfall nach ersten Erkenntnissen leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Er habe in Höhe Wietmarschen-Lohne die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und sei mit dem Gespann auf die Seite gekippt. Die Autobahn wurde zwischen den Anschlussstellen Emsbüren und Lingen in beide Richtungen voll gesperrt.

Auf einer Landstraße bei Möckern in Sachsen-Anhalt wurde ein Auto von einem Baum getroffen. Das Fahrzeug wurde stark beschädigt, der Fahrer blieb unverletzt, wie die Polizei in Burg mitteilte.

Berliner Zoo blieb geschlossen

Wegen der Gefahr herabfallender Äste blieben am Montag in Berlin der Zoo sowie der Tierpark geschlossen. Die Tiere seien vorsorglich in Häusern, Stallungen und Unterständen untergebracht worden. Auch die Landesgartenschau in Brandenburg blieb geschlossen.

Die Verwaltung des Nationalparks Harz warnte vor dem Betreten der Wälder in dem Mittelgebirge. Es könnten jederzeit Bäume umstürzen, sagte Sprecher Friedhart Knolle. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig wurden am frühen Montagmorgen Windgeschwindigkeiten von knapp 145 Kilometern pro Stunde auf dem höchsten Berg des Mittelgebirges gemessen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor entwurzelten Bäumen und herabstürzenden Ästen oder Dachziegeln. „Im Norden und Nordosten ist das Schlimmste noch nicht überstanden“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Etwa von der Ostsee bis zum Erzgebirge bleibe es bis in die Nachmittagsstunden stürmisch, während das Tief ins Baltikum weiterziehe.

Von Dienstag an sollte sich die Wetterlage laut DWD aber wieder entspannen. Dann sei nur noch mit einem mäßigen Südwest-Wind zu rechnen. Ab den Nachmittagsstunden seien mancherorts noch Gewitter möglich. (dpa)

Fahrzeuge fahren am Morgen bei starkem Regen auf einer Straße in Hamburg.
Fahrzeuge fahren am Morgen bei starkem Regen auf einer Straße in Hamburg.
- dpa