Letztes Update am Do, 31.10.2019 13:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wetter

Warm-nasser Oktober in Tirol geht wechselhaft zu Ende

Das lange Allerheiligen-Wochenende bringt jede Menge Abwechslung mit sich. Mal kämpft sich die Sonne durch, mal muss sie sich hartnäckigen Wolkenfeldern geschlagen geben. Zum Wochenende hin mischt noch der Föhn mit, bevor wieder eine Kaltfront die Karten neu mischt.

Sonne, Wolken, Regen, Föhn: An Abwechslung mangelt es derzeit nicht in Tirol. Den Blick von der Ropfnerstube in Telfs hat Gianni Brozzu festgehalten.

© Gianni BrozzuSonne, Wolken, Regen, Föhn: An Abwechslung mangelt es derzeit nicht in Tirol. Den Blick von der Ropfnerstube in Telfs hat Gianni Brozzu festgehalten.



Innsbruck – „Eine abwechslungsreiche Geschichte“ – so fasst Reinhard Prugger von den Meteo Experts die Wetterprognose für die kommenden Tage zusammen. Im Moment regiert eine Luftmassengrenze das Wettergeschehen in Tirol, erklärt der Meteorologe. Sie trennt kalte Luft im Nordosten von milder Luft im Südwesten. Nun wandert die Grenze südwärts weiter und hinterlässt uns an Allerheiligen ein Wechselbad der Witterungen. Zum langen Wochenende ist in Tirol also von Regenschauern über Föhn bis zu Nebelbänken allerlei dabei, auch die Temperaturen pendeln auf und ab.

Recht eindeutig fällt hingegen die Oktoberbilanz aus – wie seine Vorgänger war der Föhnmonat überdurchschnittlich warm. Gleichzeitig fiel in Tirol im vergangenen Monat recht viel Regen, die Sonne machte sich rarer als im Durchschnitt.

Besserung am Donnerstag, „ganz passabler“ Freitag

Wenig gruselig sind die Aussichten für den Halloween-Donnerstag: Aus der Nacht ziehen zwar noch Regenschauer bis in den Vormittag hinein, es ist aber von Norden her Besserung in Sicht. Im Laufe des Tages werden die Luft trockener, die Wolken lockerer und das Wetter sonniger. Am Thermometer tut sich vorerst hingegen wenig, viel mehr als 10 Grad sind laut Prugger wohl nicht drin. Am schwersten tut sich die Sonne dank zähem Hochnebel im Süden und Osten. Nichtsdestotrotz wandert die Schneefallgrenze in Osttirol von unter 1500 wieder in Richtung 2000 Meter.

„Ganz passabel“ dürfte Prugger zufolge der Freitag ausfallen. Wieder Mal trüben in der Früh Hochnebelbänke die Sicht, es lockert aber bald auf. Hier und da könnten sich zwar am Nachmittag Wolkenfelder blicken lassen, der Gang zum Friedhof bleibt aber trocken. In kleinen Schritten kämpfen sich auch die Temperaturen nach oben, bis zu 14 Grad sind möglich.

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Kaltfront setzt föhnigem Wochenende ein Ende

Leichter Föhn und ein Mix aus Sonne und Wolken dominieren zu Allerseelen am Samstag. In der Früh ziehen wieder einzelne Schauer durch – vor allem nördlich des Inntals. Davon abgesehen bleibt es aber recht sonnig, mild und trocken. „Bricht der Föhn durch, sind sogar mehr als 15 Grad möglich“, prognostiziert der Experte.

Zu seiner vollen Form läuft der Föhn am Sonntag auf. Tagsüber erwartet Tirol darum trockenes und mildes Wetter. Allerdings hat die Sonne mit Wolkenfeldern zu kämpfen. Gegen Abend zieht es von Süden zu und kräftige Regengüsse setzen dem Föhn ein Ende. Für den Wochenstart steht dementsprechend – mal wieder – eine Kaltfront auf dem Programm.

Warm und nass: Das war der Oktober in Tirol

In den Trend der letzten Monate fügt sich auch der heurige goldene Oktober ein – er fiel besonders warm aus. „In der vorläufigen Monatsbilanz liegt dieser Oktober im Tiefland 1,7 Grad über dem vieljährigen Mittel und damit unter den 20 wärmsten Oktober-Monaten seit dem Messbeginn im Jahr 1767. Auf den Bergen war er sogar um 2,4 Grad wärmer als das Mittel“, zieht Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Bilanz. So wurden sogar noch im letzten Oktoberdrittel Sommertage mit mindestens 25 Grad gemessen. „Eine derartige Häufung von Sommertagen so spät im Oktober gab es zuletzt im Jahr 1989“, meint Orlik. Selbst in hoch gelegenen Regionen gab es Sommertage zu genießen – in Ehrwald etwa am 14. Oktober mit 25,3 Grad.

Hier sehr nass, da sehr trocken – in puncto Niederschlag war sich der Oktober nicht ganz einig. Während die Osthälfte Österreichs den trockenen Kurs fortsetzte und bis zu 75 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel verzeichnete, lag (Nord-)Tirol eher auf der nassen Seite. Der Großteil des Niederschlags fiel im ersten Monatsdrittel, zwischen dem 10. und 27. war es weitgehend trocken. Erst die letzten Tage des Monats trübten die Statistik wieder ein. Passend dazu fällt auch die Sonennschein-Bilanz im Oktober aus: Während sie im Osten und Süden besonders oft vom Himmel lachte, kam Tirol eher unterdurchschnittlich häufig in den Genuss. (kla)