Letztes Update am Fr, 15.11.2019 10:46

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien

Hochwasser in Venedig: Markusplatz wurde komplett gesperrt

Neue starke Regenfälle könnten am Freitag die angespannte Lage in der Lagunenstadt noch einmal verschärfen. Bei einer Ministerratsitzung in Rom wurde am Donnerstagabend der Notstand über Venedig verhängt.

Eine weitere Regenfront ist über der Region Venedigs angekündigt. Die Lage verschärft sich.

© AFPEine weitere Regenfront ist über der Region Venedigs angekündigt. Die Lage verschärft sich.



Venedig – Nach dem schweren Hochwasser in Venedig hat sich die Lage am Freitag erneut angespannt. Weil der Wasserstand am Vormittag wegen einer Schlechtwetterfront verbunden mit Schirokko-Wind weiterhin anstieg, beschloss Bürgermeister Luigi Bruganro aus Sicherheitsgründen die Sperre des kompletten Markusplatzes. Außerdem wurde der öffentliche Wasserverkehr auf dem Canal Grande eingestellt.

Wegen de Schlechtwetterfront blieben außerdem Schulen, Kindergärten und die Universität in der Lagunenstadt weiter geschlossen. Die Sorge vor weiteren Überschwemmungen ist groß. Auch das Museum Palazzo Ducale und das Opernhaus La Fenice waren angesichts der Wetterprognosen gesperrt. Bürgermeister Luigi Brugnaro rief die Bürger auf, wenn möglich, zu Hause zu bleiben. Auf dem Markusplatz stiefelten Touristen jedoch unbeirrt durch die Wasserlacken und machten Fotos.

Notstand verhängt

Bei einer Ministerratsitzung in Rom wurde am Donnerstagabend der Notstand über Venedig verhängt. Damit werden Geldmittel für die Schadensbehebung nach dem Hochwasser freigesetzt. Ministerpräsident Giuseppe Conte kündigte an, dass die Regierung 20 Millionen Euro zur Behebung der Schäden locker macht. Private können mit Soforthilfen bis zu 5.000 Euro und Geschäftsleute mit bis zu 20. 000 Euro rechnen. Später werde der Staat bei großen Schäden und nach eingehender Prüfung auch weitere Zahlungen leisten.

Premier Conte kündigte an, dass der Bürgermeister von Venedig die Kompetenzen eines Regierungskommissars erhalten wird. Damit soll er mehr Zuständigkeiten bei der Behebung der strukturellen Probleme der Stadt bekommen, erklärte Conte im Interview mit der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera (Freitagsausgabe). Am 26. November soll außerdem eine Sonderkommission über die „Probleme Venedigs“ beraten. Dabei soll es laut Conte auch um ein geplantes Anlegeverbot für große Kreuzfahrtschiffe und das umstrittene Hochwasserschutzsystem „MOSE“ gehen, das die Lagunenstadt mit schwimmenden Barrieren schützen soll.

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In Italien begannen unterdessen Spendensammlungen zur Finanzierung der Behebung der Schäden in Venedig. Die italienischen Botschaften und Konsulate im Ausland werden Initiativen zur Unterstützung Venetiens starten, kündigte Außenminister Luigi Di Maio an. Italiens viermaliger Premier Silvio Berlusconi rief die großen Staaten der Welt auf, mit Spenden Venedig finanziell zu unterstützen. (APA)