Letztes Update am So, 17.11.2019 06:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wetterprognose

Nächste Regen- und Schneefront kommt, Warnung für Osttirol

Das Auf und Ab geht weiter: Nach einer kurzen Wetterbesserung am Samstag kommt in der Nacht auf Sonntag schon der nächste Schnee. Vor allem Osttirol, Südtirol und Oberkärnten sind wieder stark betroffen.

Osttirol kann am Samstag leider nur kurz aufatmen, der nächste Schnee ist schon im Anmarsch.

© OblasserOsttirol kann am Samstag leider nur kurz aufatmen, der nächste Schnee ist schon im Anmarsch.



Innsbruck, Lienz, Klagenfurt — Hat der Winter Tirol am Samstag eine kurze Verschnaufpause gegönnt, kehrt er schon am Sonntag wieder mit voller Kraft zurück. Die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) und die Unwetterzentrale haben die nächste Regen- und Schneefront angekündigt — und erneut eine rote Warnung für Teile von Osttirol und Oberkärnten ausgegeben. Erst ab Mittwoch soll sich die Situation nachhaltig beruhigen.

In der Nacht auf Sonntag und am Sonntag sowie am Dienstag sind heftige Niederschläge mit Schwerpunkt Osttirol, Südtirol und Oberkärnten zu erwarten. Es besteht weiterhin die Gefahr umstürzender Bäume, von Überschwemmungen, Hangrutschen und Schneebrüchen.

Durch Freitag dreimal soviel November-Niederschlag wie üblich

Am Freitag kamen im Südwesten von Österreich Niederschlagsmengen von mehr als 100 Liter pro Quadratmeter teils als Regen, teils als Schnee zusammen. In Folge des nassen und sehr schweren Neuschnees stürzten Bäume um und zahlreiche Straßen mussten in den Hochtälern gesperrt werden.

„Nördlich des Hauptkamms tobte dagegen ein Föhnsturm, 104 km/h wurden in Zell am See gemessen", analysiert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. „Auch in Warth, Bichlbach und Rottenmann wehte der Südföhn mit Tempo 100." Auf den Bergen im Südwesten herrscht mittlerweile die zweithöchste Lawinenwarnstufe 4.

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Diese Niederschlagsmengen in der ersten Monatshälfte entsprechen stellenweise schon zwei bis drei Mal so viel Niederschlag wie in einem durchschnittlichen gesamten November. In Lienz in Osttirol wurden bereits 280 Millimeter gemessen, im vieljährigen Mittel sind es hier im gesamten Monat 71 Millimeter. Spittal an der Drau meldete 370 Millimeter, im vieljährigen Mittel sind es nur 93 Millimeter.

Neues Italien-Tief in der Nacht auf Sonntag

Am Samstag sind der Regen und Schneefall in ganz Österreich seltener. In der kommenden Nacht erreicht uns aber das nächste Italien-Tief. Dieses hat wieder große Regen- und Schneemengen im Gepäck. Vom Tiroler Alpenhauptkamm bis zum Lungau sowie in Osttirol und Oberkärnten wird es intensiv regnen und schneien.

Die Schneefallgrenze pendelt zwischen 1000 und 1400 Metern, lokal kann es aber auch wieder etwas weiter herunterschneien. In diesen Regionen kommen verbreitet 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter zusammen, teilweise auch mehr. In den Hochtälern sind Neuschneemengen von 20 bis 50 Zentimeter zu erwarten.

Schneehöhen am Samstagmorgen

  • 101 Zentimeter in Obergurgl
  • 92 Zentimeter in St. Jakob in Defereggen
  • 87 Zentimeter in Virgen
  • 72 Zentimeter in Sillian
  • 70 Zentimeter in Kals
  • 58 Zentimeter am Brenner
  • 37 Zentimeter in Lienz

Beruhigung am Montag, wieder Schnee am Dienstag

Am Sonntagabend sollten Regen und Schneefall dann allmählich weniger werden. Am Montag regnet und schneit es in Tirol wenig bis gar nicht. Zeitweise kommt sogar die Sonne hervor.

Schon in den Abendstunden erreicht uns von Italien her aber der nächste Regen und Schneefall. Zunächst schneit es nur oberhalb von 1400 Metern, in der Nacht auf Dienstag sinkt die Schneefallgrenze aber wieder bis auf knapp unter 1000 Meter ab. Vor allem Osttirol und Oberkärnten stehen abermals große Niederschlagsmengen bevor. Aus heutiger Sicht kommen hier in den Tälern 40 bis 70 Liter pro Quadratmeter zusammen. In höheren Tallagen dürften dagegen wieder 20 bis 40 Zentimeter Nass-Schnee fallen.

Der Mittwoch dürfte schließlich trockenes und zeitweise sonniges Wetter bringen. Nach aktuellem Stand der Prognosen sind dann auch in der restlichen Woche keine größeren Regen- und Schneemengen in Sicht. (TT.com/APA)