Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.03.2016


Landeck

Kühner Waal wird untersucht

null

© Wenzel



Landeck – Heute ist es der bevölkerungsreichste Stadtteil von Landeck, damals befanden sich Äcker und Getreidefelder auf der Öd. Das Wasser kam allerdings nicht vom nahe liegenden Krahberg, sondern vom Rummelwaal – eine uralte Bewässerungsanlage. Die Wasserfassung lag am Inn bei Nesselgarten, fünf Kilometer südlich von Landeck. Für Historiker gilt der Rummelwaal als kühnste Bewässerungsanlage in Nordtirol. Der insgesamt sieben Kilometer lange Kanal könnte im 12. oder 13. Jahrhundert gebaut worden sein, dokumentiert ist der Bau allerdings nicht.

Die „Tiroler Waalgruppe“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, derartige Kulturgüter zu erkunden, Spuren zu sichern und zu dokumentieren. Am 4. und 5. April werden die Reste des Rummelwaals gereinigt und fotografiert. „Es wird eine Drehleiter der Feuerwehr zum Einsatz kommen“, schilderte Sprecher Werner Holzner. Auch Mitarbeiter des Denkmalamtes werden vor Ort sein, um nach Münzen zu suchen. Spezialisten für technische Anlagen in Kulturlandschaften sollen den Waal begutachten. Landeskonservator Walter Hauser sagte im TT-Gespräch am Mittwoch, er werde prüfen, ob die Relikte der Anlage unter Denkmalschutz gestellt werden können. (hwe)