Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 05.02.2018


Bezirk Schwaz

Jenbacher Museum mit großen Plänen

© ZwicknaglChristoph Neuner, Andrea Weber vom TVB, Obmann Walter Felkel, Erika Felkel und Christian Lechner vom Freundeskreis Pesthaus (v. l.).Foto: Zwicknagl



Jenbach – Es ist bereits fix: Ein Dokumentationszentrum über die Geschichte der Optanten aus Südtirol wird im Jenbacher Museum angesiedelt. Dabei arbeiten Eva Pfanzelter vom Institut für Zeitgeschichte und der Gesamtverband der Südtiroler in Österreich mit. Dass Jenbach der Standort ist, kommt nicht von ungefähr. Denn allein 376 Familien sind im Jahre 1939 nach Jenbach ausgewandert. Schon jetzt gibt es im Museum einen Südtiroler-Raum. „Aus Wien haben wir die Zusage für eine finanzielle Mitbeteiligung des Bundes“, berichtete Museumsobmann Walter Felkel bei der Jahreshauptversammlung.

Lob brachte den Museumsleuten im Vorjahr die Sonderausstellung mit vielen Werken des gebürtigen Jenbacher Künstlers Hans Pontiller ein. „Wir mussten mit 5000 Euro dafür auskommen. Fachleute bestätigten uns, dass eine solche Präsentation im Ferdinandeum rund 150.000 Euro gekostet hätte“, sagte Felkel. Und prompt bedankte sich Andrea Weber als Geschäftsführerin der Silberregion Karwendel für das Engagement.

Und es gab auch Infos zur kommenden Sonderausstellung. Diesmal geht es um die Medizin. „Wir haben in unserem Depot im LKH Hall 6000 Schaustücke und freuen uns, dass ein Teil davon im Jenbacher Museum gezeigt wird“, meinte der frühere Landessanitätsdirektor Christoph Neuner, der auch Obmann des „Freundeskreises Pesthaus“ ist. „Medizin – ein Blick zurück. Von Angina bis Zahnweh“ sei das Motto, wie der Kinderarzt Christian Lechner als Sammlungsbeauftragter sagte. Vom alten Röntgengerät der US-Armee bis zu uralten Stethoskopen reiche die Palette. Ärzte, Hebammen und Pfleger unterstützen den medizinhistorischen Verein, der 1999 gegründet wurde.

„Wir zählen derzeit 552 Mitglieder“, berichtete Isolde Eberharter als Schriftführerin des Jenbacher Museumsvereins. Einen Appell richtete Obmann Felkel an die Jenbacher Gemeindeführung, die mit BM Dietmar Wallner vertreten war. „Fast alle Fenster im Museumsgebäude, das der Gemeinde gehört, sind in einem desolaten Zustand. Bei Gewittern rinnt das Wasser in die Kastenfenster und dann auf den Buchenparkettboden“, stellte er fest. (zw)