Letztes Update am Do, 21.06.2018 16:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Graz

Grazer Medizinerin schloss auch zweites Studium „sub auspiciis“ ab

Die Fachärztin für Orthopädie und orthopädische Chirurgie nahm den Ehrenring aus den Händen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen entgegen.

© BUNDESHEERSusanne Scheipl, Rektor Hellmut Samonigg und Bundespräsident Alexander Van der Bellen.



Graz – An der Medizinischen Universität Graz ist am Donnerstag die Humanmedizinerin Susanne Scheipl zum zweiten Mal „sub auspiciis praesidentis rei publicae“ promoviert worden. Die Fachärztin für Orthopädie und orthopädische Chirurgie nahm den Ehrenring aus den Händen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen entgegen.

Van der Bellen war für diese besondere Form der Promotionsfeier erstmals an die Med-Uni Graz gekommen. Seit den 1950er-Jahren sind lediglich neun Akademiker zweimal unter den Auspizien des Bundespräsidenten promoviert worden, schilderte er. „Ich kann mir also einiges ersparen, was ich sonst sag‘“, schmunzelte Van der Bellen mit Blick auf die neue ausgezeichnete Doppeldoktorin. Er verwies auf den mehrjährigen Forschungsaufenthalt von Scheipl in London und betonte: „Wissenschaft ist heute entweder international oder sie ist nicht.“

Scheipl (geb. 1979) wuchs in Graz auf und schloss mit 28 Jahren ihr Humanmedizinstudium an der Med-Uni Graz erstmals „sub auspiciis“ ab. Im Anschluss ließ sie sich bis 2013 zur Fachärztin für Orthopädie und orthopädische Chirurgie ausbilden, 2017 habilitierte sie in diesem Fach in Graz und legte auch die Facharztprüfung für Orthopädie und Traumatologie ab.

Knochen und Weichteiltumore als Hauptgebiete

Daneben fand die Medizinerin auch noch Zeit ab 2010 ein Masterstudium für Medizinische Wissenschaften (Dr.scient.med.) an der Med-Uni Graz zu absolvieren. Scheipls Hauptgebiet sind Knochen und Weichteiltumore. Ihre Studien führten sie auch an das Cancer Institute des University College in London. Dort erforschte sie mehrere Jahre unter der Leitung der renommierten Krebsforscherin und Pathologin Adrienne M. Flanagan neue Behandlungsstrategien für sogenannte Chordome, einen seltenen Tumor der Wirbelsäulenregion. Geschlechts- und Genderaspekte in der Orthopädie und Traumatologie ist ein weiteres Schwerpunktthema der Forschung der Grazer Wissenschafterin. Im Anschluss an die Ringüberreichung dankte Scheipl ihren Wegbegleitern und „allen Steuerzahlern“.

In Österreich wurde im Jahr 1952 mittels Bundesgesetz die Promotion sub auspiciis praesidentis rei publicae eingeführt, um exzellente Studierende zu ehren. Die Anwesenheit des amtierenden Bundespräsidenten bei der Promotionsfeier ist eine Auszeichnung für all jene Hochschulabsolventen, die von der Matura bis zum Doktoratsabschluss nur Bestnoten erzielt haben. (APA)