Letztes Update am Do, 08.11.2018 09:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Peru

Ständig wenig Sauerstoff: Wie Menschen auf 5300 Meter leben

50.000 Menschen sind in der höchsten Stadt der Welt in Peru, La Rinconada, beheimatet und haben dort nur die Hälfte des normalen Sauerstoffgehalts zum Atmen zur Verfügung. Wie sie überleben, wird jetzt erforscht.

© APA/AFP/Inserm/PittetBlick auf La Rinconada, die höchstgelegene Stadt der Welt.



Lima – Ein europäisches Wissenschaftsteam will in der weltweit höchsten Stadt in Peru erforschen, wie die Menschen auf 5300 Meter über dem Meer mit nur etwa der Hälfte des normalen Sauerstoffgehalts in der Luft überleben. In La Rinconada in den peruanischen Anden leben 50.000 Menschen, die vor allem in einem Goldbergwerk arbeiten.

Speziell werden genetische Anpassungen untersucht

Die Wissenschafter wollen sechs Wochen lang einige von ihnen untersuchen, wie das Pariser Forschungsinstitut INSERM mitteilte. Geklärt werden soll unter anderem, ob es spezielle genetische Anpassungen der Einwohner an die dünne Höhenluft gibt. Die französischen und italienischen Forscher der „Expédition 5300“ wollen ab Jänner 2019 zudem die gesundheitlichen Folgen von Sauerstoffarmut erkunden – und aus den Ergebnissen effektivere Behandlungsmöglichkeiten ableiten, auch für Atemwegserkrankungen generell.

Sauerstoffarmut fördert die Entstehung von mehr roten Blutkörperchen und führt so zu einer höheren Blutviskosität. Viele Bewohner von La Rinconada leiden den Angaben zufolge unter Kopfschmerzen, Übelkeit und chronischer Müdigkeit. Die Goldwäsche mit Quecksilber führt außerdem zu Vergiftungen in der Andenortschaft.

Das Forscherteam hatte zuvor bereits die physiologischen Folgen des Lebens in der Höhe bei kleineren Menschengruppen am Mont Blanc und im Himalaya getestet. Erste Ergebnisse der Studie in Peru sollen in September 2019 veröffentlicht werden. (APA/dpa)

Die meisten Bewohner von La Rinconada arbeiten in einem Goldbergwerk.
- APA/AFP/Inserm/Pittet