Letztes Update am Mi, 28.11.2018 10:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TU Wien

Neu entwickelter Spezialbeton macht Leitwände unzerstörbar

Die von Forschern der TU Wien erfolgreich getestete Spezialmischung soll verhindern, dass bei Unfällen auf Autobahnen Betonteile von Leitwänden absplittern.

Getestet wurde der seitliche Anprall eines 38-Tonnen-Sattelschleppers mit 60 km/h und eines 13-Tonnen-Autobusses mit 70 km/h.

© TU WienGetestet wurde der seitliche Anprall eines 38-Tonnen-Sattelschleppers mit 60 km/h und eines 13-Tonnen-Autobusses mit 70 km/h.



Wien – Betonleitwände sollen auf Autobahnen und Schnellstraßen verhindern, dass anprallende Fahrzeuge auf die Gegenfahrbahn gelangen. Bei Unfällen können allerdings große Betonteile absplittern, die weitere Schäden verursachen. An der Technischen Universität (TU) Wien wurde nun eine zähe Betonmischung entwickelt, die nicht mehr absplittert, wie Experimente mit Lkw und Bussen zeigten, teilte die TU mit.

„Unser Ziel war es, eine neue Betonsorte zu entwickeln, die hohen dynamischen Belastungen standhält und nicht spröd und brüchig, sondern zäh und nachgiebig ist“, erklärte Ildiko Merta vom Institut für Hochbau und Technologie der TU Wien in einer Aussendung. Dafür untersuchten die Forscher zunächst unterschiedliche Mischungen theoretisch und testeten dann aussichtsreiche Betonkandidaten im Labor. Dazu ließen sie auf genau definierte Weise eine 150 Kilogramm schwere Last auf die Betonprüfkörper prallen und analysierten deren Bruchverhalten.

Test mit 38-Tonnen-Sattelschlepper

Aus den drei vielversprechendsten Betonmischungen wurden dann Leitwand-Elemente hergestellt und bei einem seitlichen Anprall eines 38-Tonnen-Sattelschleppers mit 60 km/h und eines 13-Tonnen-Autobusses mit 70 km/h getestet. Die Entwicklung war so erfolgreich, dass der Kooperationspartner Delta Bloc International mittlerweile Schutzwände aus der neuen Betonmischung kommerziell anbietet. (APA)