Letztes Update am So, 20.01.2019 20:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Himmelsschauspiel

Nur mit Glück freie Sicht auf totale Mondfinsternis in Tirol

Frühaufsteher haben am Montag die Chance, eine totale Verfinsterung des Mondes zu beobachten. Allerdings dürften Wolken die Sicht trüben.

 Auch bei einer totalen Finsternis kann man den Mond noch gut sehen, er ist dabei rötlich gefärbt.

© Sven Hoppe Auch bei einer totalen Finsternis kann man den Mond noch gut sehen, er ist dabei rötlich gefärbt.



Wien, Innsbruck — Am Montag um 4.34 Uhr beginnt der Mond in den Kernschatten der Erde einzutreten, um 5.41 Uhr startet die totale Verfinsterung. Es ist in Österreich für fast zehn Jahre die letzte Chance, eine totale Verfinsterung des Mondes zur Gänze zu sehen.

"Man sollte zur Beobachtung einen freien Blick auf den Westhorizont haben", rät Albert Sudy von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Dafür sind die Voraussetzungen in Tirol allerdings schlecht. "Das Wetter ist leider nicht optimal", prognostiziert Susanne Drechsel von der ZAMG Tirol, "Tiefliegende Wolken trüben die Sicht." Am ehesten habe man noch in höheren Lagen die Möglichkeit, das Himmelsschauspiel zu beobachten.

So ganz genau lässt sich die Sicht jedoch nicht voraussagen. "Die Astronomie kann den Ablauf der Mondfinsternis auf die Sekunde genau berechnen. In der Meteorologie schaut das anders aus", schrieb die ZAMG auf Facebook. Und postete dazu sechs unterschiedliche Modelle, wie sich die Wolken Montagfrüh verteilen. Da sieht es zumindest ein bisschen so aus, als ließe sich in Tirol doch ein Blick auf den Blutmond erhaschen.

Eine Mondfinsternis ereignet sich, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie stehen und der Schatten der von der Sonne beleuchteten Erde auf den Mond fällt. Tritt der Mond in den Kernschatten der Erde, wird er von den direkten Sonnenstrahlen völlig abgeschirmt. Im Halbschatten erreicht immer noch ein Teil des Sonnenlichts den Mond.

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Wenn ihr Glück habt und Fotos von der Totalen Mondfinsternis machen könnt, schickt uns die Aufnahmen im Querformat an forum@tt.com.

Daher ist am Montag um 3.35 Uhr der Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde nicht wahrnehmbar. Eine leichte Verfinsterung des Erdtrabanten können geübte Beobachter erst ab etwa 4 Uhr sehen. Zu dieser Zeit steht der Mond noch einigermaßen hoch im Westen, erklärte Alexander Pikhard von der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) gegenüber der APA.

Wirklich interessant wird es um 4.34 Uhr, wenn der Kernschatten beginnt, sich über den Mond zu schieben, und ab 5.41 Uhr mit Beginn der rund einstündigen totalen Verfinsterung. Wenige Minuten später beginnt in Wien die Morgendämmerung, und um 6.12 Uhr ist der Höhepunkt der Finsternis erreicht. Der Mond steht da schon tief im Westnordwesten. Zum Ende der Totalität um 6.44 Uhr ist es in Wien schon recht hell, in Bregenz aber noch dunkel. Zehn Minuten nach Sonnenaufgang geht um 7.51 Uhr der Mond partiell verfinstert unter.

Zeiten der Mondfinsternis:

4:34 Beginn partielle Finsternis Höhe 29° über dem Horizont

5:41 Beginn Totalität Höhe 18°

6:12 Mitte der Finsternis Höhe 13°

6:44 Ende Totalität Höhe 8°

7:51 Ende partielle Finsternis Höhe nahe 0° (je nach Horizont)

Der Mond verschwindet bei einer Finsternis nicht vollständig in der Dunkelheit. „Der Mond wird während einer totalen Finsternis rötlich bis bräunlich", erklärt Wetteryperte Sudy, „denn es erreicht ihn noch Streulicht der Erde. Das sind Sonnenstrahlen, die in der Atmosphäre der Erde abgelenkt werden und so auf den im Erdschatten stehenden Mond treffen. Wie die Farbe genau aussieht, lässt sich nicht vorhersagen. Das hängt stark vom aktuellen Zustand der Erdatmosphäre ab, zum Beispiel wie viel oder wenig Vulkanstaub derzeit vorhanden ist. Zum Ende der Mondfinsternis werden die Farbeffekte durch die einsetzende Morgendämmerung dann schon etwas unterdrückt."

Die nächste totale Mondfinsternis, die man in Österreich im vollen Verlauf sehen kann, findet erst am Silvesterabend 2028 statt. Auf die nächste partielle Mondfinsternis muss man nicht so lange warten, die gibt es bereits in der Nacht auf den 17. Juli dieses Jahres. (APA, TT.com)

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