Letztes Update am Mo, 11.03.2019 13:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Forschung

Suche nach Grippeimpfstoff: Neue Pandemie nur Frage der Zeit

Bisher müssen Grippeimpfstoffe jährlich auf die jeweils kursierenden Virenstämme abgestimmt werden. Das macht die Produktion aufwendig. Ein universeller Grippe-Impfstoff wäre der „Heilige Gral“.

Symbolfoto.

© TT/BöhmSymbolfoto.



Genf – So viele Wissenschafter wie nie zuvor arbeiten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an einem universellen Grippeimpfstoff. Bisher müssen Impfstoffe jährlich auf die jeweils kursierenden Virenstämme abgestimmt werden.

Das macht die Produktion aufwendig. Zudem kursieren mitunter andere Stämme als von den Experten erwartet - dann ist der für die kommende Saison vorbereitete Impfstoff weniger wirkungsvoll als erhofft.

„Ein universeller Grippeimpfstoff ist der Heilige Gral“, sagte Martin Friede, WHO-Koordinator für Impfstoffe, am Montag in Genf. Wann so ein Stoff verfügbar sein wird, sei schwer vorauszusagen. „Es gab aber in letzter Zeit einen gewaltigen Anstieg an Forschungsmitteln und an internationalen Gruppen, die daran arbeiten“, sagte Friede.

„Frage ist nicht ob, sondern wann Pandemie kommt“

Die WHO warnt, dass die Welt nicht genügend auf die nächste Grippe-Pandemie vorbereitet sei. „Die Frage ist nicht ob, sondern wann eine neue Grippe-Pandemie kommt“, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Eine solche Pandemie würde die Wirtschaft und Gesellschaft jedes Landes berühren“, warnte die Expertin für Grippebereitschaft, Ann Moen.

Die WHO veröffentlichte deshalb am Montag eine neue Grippe-Strategie. Ziel ist es, in allen Ländern der Welt eine bessere Überwachung sich anbahnender Ausbrüche zu schaffen und den Länder zu helfen, im Falle eines Falles schneller reagieren zu können. Schon die saisonalen Grippeausbrüche führen jedes Jahr zu bis zu 650.000 Todesfällen, wie Moen sagte. (APA/dpa)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Kokain. (Symbolbild)Kläranlagen-Analyse
Kläranlagen-Analyse

Kokain in Innsbrucker Abwasser innerhalb von zwei Jahren verdoppelt

Laut Gerichtsmedizin ist die Menge der Drogenrückstände im Abwasser deutlich gestiegen – sowohl in Innsbruck als auch in anderen untersuchten Gebieten.

Ein Arbeiter fährt an einer Röhre des Large Hadron Collider (LHC) im CERN entlang.Forschung
Forschung

Cern gabt grünes Licht für Jagd nach neuen Teilchen

Zu den gesuchten Teilchen gehören beispielsweise „Dunkle Photonen“, quasi Doppelgänger normaler Lichtteilchen, die mit Dunkler Materie assoziiert sind.

Symbolfoto.Forschung
Forschung

Studie zu Plastikmüll auf den Philippinen mit erschreckendem Ergebnis

Täglich werden auf den Philippinen fast 48 Millionen Einkaufssackerln aus Plastik benutzt, im Jahr mehr als 17 Milliarden. Dazu kommen jährlich etwa 16,5 Mil ...

Mit der Landung hat SpaceX der NASA bewiesen, dass das Unternehmen in der Lage ist, eine bemannte Raumfahrtmission zu realisieren.Raumfahrt
Raumfahrt

SpaceX-Raumkapsel „Crew Dragon“ erfolgreich im Meer gelandet

„Crew Dragon“ war am Samstag mit einer Falcon-9-Rakete gestartet und hatte am Sonntag an die Internationale Raumstation ISS angedockt. Nun kehrte die Kapsel ...

Bis vor wenigen Jahren bekamen Frauen Medikamente, die ausschließlich an Männern klinisch getestet wurden. Interview
Interview

Warum Männer und Frauen unterschiedliche Medizin brauchen

Die Kardiologin Univ.-Prof. Margarethe Hochleitner ist seit 1. Oktober 2018 Professorin für Medizin und Diversität. Sie wurde 2014 erste Professorin für Gend ...

frauentag19
Weitere Artikel aus der Kategorie »