Letztes Update am Mi, 05.06.2019 19:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Forschung

Medizin-Uni Innsbruck erhält rund 700.000 Euro für Parkinson-Forschung

Die Parkinsonforschung an der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie wird seit Jahren von der Parkinson-Stiftung des an Parkinson erkrankten Schauspielers Michael J. Fox gefördert. Nun wird ein mit der Uni Tel Aviv gemeinsam geführtes Einzelprojekt gesondert unterstützt.

Parkinson-Patient Michael J. Fox.

© AFPParkinson-Patient Michael J. Fox.



Innsbruck – Morbus Parkinson zählt mit rund 1,2 Millionen Erkrankten europaweit zu einer der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren sind betroffen. Parkinson ist somit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung bei älteren Menschen.

Auch der Schauspieler Michael J. Fox leidet an dieser Krankheit. Er hat im Jahr 2000 die Michael J. Fox Foundation for Parkinson‘s Research gegründet. Diese Stiftung unterstützt weltweit Projekte, die sich mit der Erforschung der Krankheit beschäftigten. Auch die Parkinsonforschung an der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie wird bereits seit Jahren von der Stiftung des Schauspielers gefördert. Nun erhält ein Forschungsprojekt der Medizin-Universtität zusätzlich 750.000 Dollar (rund 670.000 Euro) Förderung der Foundation.

Univ.-Prof. Klaus Seppi , Leiter der Parkinson und Huntington Ambulanz an der Universitätsklinik für Neurologie (li.) und Univ. Prof. Werner Poewe, Direktor der Neurologie der Klinik Innsbruck.
Univ.-Prof. Klaus Seppi , Leiter der Parkinson und Huntington Ambulanz an der Universitätsklinik für Neurologie (li.) und Univ. Prof. Werner Poewe, Direktor der Neurologie der Klinik Innsbruck.
- Medizin-Uni Innsbruck

Schwierige Früherkennung

Viele Parkinson-Patienten leiden schon lange vor dem Zeitpunkt der neurologischen Diagnosestellung unter nichtmotorischen Symptomen. Diese sogenannte Prodromalphase kann unterschiedlich lang sein. Wenn man Parkinson früher erkennen könnte – also bevor klinische Symptome auftreten – könnte eine frühzeitige Behandlung mit noch zu entwickelnden Medikamenten möglicherweise den Krankheitsverlauf verzögern oder aufhalten und Behinderungen hinausschieben oder ganz verhindern. Womöglich könnte sogar der Krankheitsausbruch hinausgezögert oder im idealsten Fall verhindert werden. Allerdings sind die Spezifitäten aller bisherigen klinischen prodromalen Marker relativ gering.

Hier setzt die Forschung von Univ. Prof. Klaus Seppi, Leiter der Parkinson und Huntington Ambulanz an der Universitätsklinik für Neurologie an der Medizinischen Universität Innsbruck an: Ein gemeinsames Forschungsprojekt mit der Universität Tel Aviv, soll mittels multimodaler Magnetresonanztomographie als Biomarker für die prodromale Parkinson-Krankheit die Krankheit früh und genau erkennen.

Vielversprechender Ansatz

„Mit den vorhandenen Möglichkeiten und Berechnungen kann man bereits das Risiko einer Erkrankung an Parkinson ganz gut einschätzen“, erklärt der Neurowissenschafter Klaus Seppi. Worum es in seiner Forschung geht ist, mittels Magnet-Resonanz Imaging die Genauigkeit der Bestimmung des Parkinsonrisikos zu erhöhen. „Ein vielversprechender Ansatz für unsere Studie ist die Verwendung einer Kombination aus klinischen und genetischen Markern, um eine Untergruppe von Personen zu identifizieren, die schließlich die klinischen diagnostischen Kriterien für die Parkinson-Krankheit erfüllen werden“, so Seppi über die Voraussetzungen bei der Mustererkennung des bildgebenden Verfahrens.

Das Projekt wird an der Medizinischen Universität Innsbruck in enger Kooperation mit der Univ.-Klinik für Neuroradiologie (Leiterin Elke Gizewski) erfolgen. Neben der MRT-Erfahrung ist auch die gute Zusammenarbeit mit Forschern an der Universität Tel Aviv und Kollegen am Campus Innsbruck, wie die aus dem Schlaflabor unter der Leitung von Birgit Högl, für einen Forschungserfolg notwendig so die Medizin-Uni in Ihrer Aussendung. Gerade auch der Bereich der Computational Neuroscience unter der Leitung von Christoph Scherfler sei notwendig, um die großen Datenmengen mittels eines Algorithmus unter Kontrolle zu bringen. (TT.com)

Morbus Parkinson

Parkinson ist definiert durch Kardinalsymptome wie Bewegungsarmut, Muskelstarre bzw. -steifheit oder Ruhetremor. Neben diesen motorischen Symptomen treten aber auch nichtmotorische Symptome wie Depression, Verlust des Geruchssinns, autonome Störungen oder spezifische Schlafstörungen auf. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren sind betroffen.