Letztes Update am So, 21.07.2019 15:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mondlandung

50 Jahre nach Apollo-11-Landung: Mond fasziniert noch immer

Am Sonntag vor 50 Jahren, am 21. Juli 1969, betraten die ersten Menschen den Mond. Wer war live vor dem TV dabei? Wirkt sich der Mond auf Geburten aus? Vier Tiroler antworten.

Neil Armstrong machte auf dem Mond dieses Foto von Buzz Aldrin.

© NASA/Neil ArmstrongNeil Armstrong machte auf dem Mond dieses Foto von Buzz Aldrin.



Walter Saurer, Astronom an der Uni Innsbruck: „There is no dark side of the moon“, sagt Walter Saurer in Anlehnung an Pink Floyd. Denn der Mond wird auch rundum von der Sonne bestrahlt. Schwieriger als die Frage nach der dunklen Seite des Mondes sei zu erklären, warum man von der Erde aus nur eine Seite des Mondes sieht. „Gebundene Rotation“ nennt man die Mondbewegung, die mit den Gezeiten zu tun hat. Mond und Erde ziehen sich gegenseitig an. Über die Jahre hat der Mond dadurch Flutberge, die man sich wie Bremsbacken vorstellen kann, gebildet. Sie liegen auf der Verbindungslinie Erde – Mond und bremsen den Mond aus. Seither braucht er einen Monat, bis er sich einmal um sich selbst und um die Erde dreht.

Günther Platter, Landeshauptmann von Tirol: Vor 50 Jahren machte nicht nur Neil Arm­strong auf dem Mond einen bescheiden formulierten „kleinen Schritt“, auch der heutige Landeshauptmann von Tirol trat in einen für ihn neuen Lebensabschnitt ein. Der Zammer Günther Platter, damals 15 Jahre alt, begann 1969 eine Lehre als Buchdrucker. An die Ereignisse mehrere hunderttausend Kilometer von der Erde entfernt kann er sich noch gut erinnern: „Die Mondlandung habe ich natürlich im Fernsehen mitverfolgt. Die allgemein vorhandene Nervosität hatte sich damals auch auf mich übertragen“, sagt Platter über die mehr als einen Tag lange Live-Übertragung zwischen dem 20. und 21. Juli. „Auch wenn die Bildqualität nicht mit heute vergleichbar war, bleibt einem der Moment, als Neil Arm­strong als erster Mensch den Mond betreten hat, in Erinnerung. Es war etwas ganz Besonderes, das persönlich mitzuerleben.“

Heinz Zak, Extremkletterer und Fotograf: „Ich spüre den Mond und ich will, dass er auf Fotos so stark und groß wie möglich erscheint“, sagt Heinz Zak. Dies gelingt mit einem großen Teleobjektiv, Blende 8 und einer Belichtungszeit zwischen 1/60 und 1/30 Sekunden. „Zu lange darf man nicht belichten, sonst wird das Bild unscharf. Der Mond wandert ziemlich schnell.“ Die manuelle Einstellung von Belichtung und Blende sei wichtig, weil bei der Automatikfotografie der Mond „eindeutig zu stark belichtet wird“. Ein Muss ist trotz kurzer Belichtungszeit die Verwendung eines Stativs. Noch ein Profi-Tipp: „Ich fotografiere den Mond immer in Kombination mit einem Berg, weil die Dimension besser herauskommt, sonst verliert er sich.“ Am liebsten fotografiert der Scharnitzer übrigens den Mond am Hohen Gleirsch.

Christian Marth, Leiter der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Innsbruck: Sind zu Vollmond die Kreißsäle wirklich voll? „Nein“, sagt Gynäkologe Christian Marth. Viele Studien hätten sich bereits mit diesem Thema beschäftigt. So wurden 2,5 Millionen Geburten zwischen den Jahren 1970 und 1999 in Österreich unter die Lupe genommen. „Dabei hat man 370 Mondzyklen berücksichtigt. Einmal mehr kam heraus, dass es zu Vollmond zu keiner Häufung von Geburten kommt.“ Auch an der Innsbrucker Klinik hätte man sich mit möglichen Auswirkungen von Vollmond und Föhn auf Geburten beschäftigt. Wenig überraschend: „Weder der Mond noch der Wind bewirken etwas.“ Warum sich die Mond-Irrmeinung trotzdem halte: „Weil ein Vollmond schon etwas Beeindruckendes ist“, so Marth. (thm, chris, i.r.)

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