Letztes Update am Mo, 05.08.2019 16:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Wohin die Luft sich dreht: Forschungsflüge über dem Inntal

Deutsch-österreichische Forscher nehmen den Luftraum über dem Inntal genauer unter die Lupe. Mit Messflügen wollen sie mehr über Luftströmungen herausfinden.

Das DLR-Forschungsflugzeug vom Typ Cessna C-208B Grand Caravan.

© DLRDas DLR-Forschungsflugzeug vom Typ Cessna C-208B Grand Caravan.



Inntal – Forscher der Universität Innsbruck nehmen gemeinsam mit Kollegen des Karlsruher Instituts für Technologie die Luftströmungen in den Bergen genauer unter die Lupe. Dazu werden seit Montag mehrere Messflüge über dem Inntal mit einem Flugzeug des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt durchgeführt.

„Am Morgen trüben Dunst und Abgsase die Sicht im Tal, im Laufe des Vormittags ändert sich dies jedoch schlagartig, weil sich die Luft mit den darüber liegenden, weniger belasteten Luftschichten vermischt“, so die Projektleiterin, Dr. Bianca Adler vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am Karlsruher Institut für Technologie. Für diesen Austausch von Luftmassen ist die Strömung quer zur Talachse enorm wichtig, bisher gibt es jedoch keine flächendeckenden Beobachtungen über ihre Eigenschaften.

Neuer Ansatz für die Erforschung der Luftströmungen in den Bergen

In dem Projekt der Deutsche Forschungsgemeinschaft verfolgt Bianca Adler gemeinsam mit der Forschungsgruppe um Alexander Gohm von der Universität Innsbruck einen neuartigen Ansatz, um erstmals flächendeckend Daten über die kinematische Struktur der Luftströmung über den Alpentälern zu sammeln: „Mit mehreren laserbasierten scannenden Doppler-Lidargeräten und einer ausgefeilten Messstrategie können wir den dreidimensionalen Wind mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösungen vermessen und relevante Prozesse untersuchen“, erklärt Adler.

Die Daten und Ergebnisse seien für die Bewertung moderner Wettervorhersagemodelle unabdingbar und können z.B. Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Bauvorhaben verbessern.

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„Wir haben alle bodengebundenen Geräte im Inntal aufgebaut und starten heute mit einer dreiwöchigen Flugzeugmesskampagne“, sagt Alexander Gohm. Die deutsch-österreichischen Meteorologen erwarten erste Ergebnisse bis Ende des Jahres. (anh)

Der Hauptmessstandort am Boden befindet sich in Kolsass.
Der Hauptmessstandort am Boden befindet sich in Kolsass.
- Uni Innsbruck