Letztes Update am Do, 15.08.2019 13:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


56 Millionen Jahre alt

Knochen von menschengroßem Riesenpinguin in Neuseeland gefunden

Kaiserpinguine gelten mit bis zu 1,20 Metern als die größte Pinguinart. Ein Knochenfund eines Hobby-Fossiliensammlers auf der Südinsel Neuseelands übertrifft diese Größe nun deutlich – der Riesenpinguin lebte dort vor mehr als 56 Millionen Jahr.

3D-Modell des Riesenpinguins: Die in Neuseeland gefundenen Knochen gehören zu einer bisher unbekannten Art.

© Canterbury Museum Christchurch3D-Modell des Riesenpinguins: Die in Neuseeland gefundenen Knochen gehören zu einer bisher unbekannten Art.



Christchurch – Forscher haben in Neuseeland die fossilen Überreste eines nahezu menschengroßen Pinguins entdeckt. Der riesige Vogel sei etwa 160 Zentimeter groß gewesen und habe rund 80 Kilogramm auf die Waage gebracht, teilte das Canterbury Museum in Christchurch am Mittwoch mit. Zum Vergleich: Der Kaiserpinguin, die heute größte Pinguinart, wird etwa 120 Zentimeter groß.

Ein Hobby-Paläontologe hatte die Überreste des Riesenpinguins bereits 2018 auf der Südinsel des Landes entdeckt. Forscher des Canterbury Museums und des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt untersuchten daraufhin die Knochen. Ihren Schätzungen zufolge lebte der Vogel der bislang unbekannten Art Crossvallia waiparensis vor mehr als 56 Millionen Jahren, wie sie im Fachblatt Alcheringa: An Australasian Journal of Palaeontology schreiben. Er ist nicht das einzige Tier in Übergröße, das zu dieser Zeit auf Neuseeland beheimatet war. Auch der weltgrößte Papagei, ein enormer Adler und andere Riesenpinguine gehörten zur damaligen Tierwelt.

Bereits 2017 hatten Wissenschafter in Neuseeland die Knochen eines 170 Zentimeter großen und etwa 100 Kilogramm schweren Pinguins entdeckt. Und im Jahr 2000 wurden in der Antarktis die Überreste des engsten bekannten Verwandten von C. waiparensis gefunden. Crossvallia unienwillia lebte dort etwa zur selben Zeit wie die Riesenpinguine in Neuseeland. Dies sei ein Zeichen für die enge Verbindung zwischen Neuseeland und der Antarktis, sagte Paul Scofield vom Canterbury Museum. (dpa)




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