Letztes Update am Do, 05.09.2019 14:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Medizin Uni Innsbruck

Innsbrucker Forscher erhält begehrten Innovationspreis

Bernhard Steger von der Medizinischen Universität Innsbruck erhielt den Innovationpreis „science2business Award 2019“ für die Entwicklung seiner „Cornea Dome Lens“, die das Bildgebungsverfahren in der Augenheilkunde revolutionieren soll.

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© Vanessa Rachlé / TTSymbolfoto



Wien, Innsbruck – Bernhard Steger von der Uni-Klinik für Augenheilkunde und Optometrie an der Medizinischen Universität Innsbruck erhält den „science2business Award 2019“ für sein „Cornea Dome Lens“-Projekt. Der Preis vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort ist mit 8000 Euro dotiert.

Bernhard Steger von der Univ.-Klinik für Augenheilkunde und Optometrie
Bernhard Steger von der Univ.-Klinik für Augenheilkunde und Optometrie
- Medizinische Universität Innsbru

Mehr als 20 Millionen Patienten weltweit sind von schweren Erkrankungen der Augenoberfläche betroffen. 125 Millionen Menschen weltweit tragen Kontaktlinsen, deren Passform regelmäßig fotografisch dokumentiert wird. Mehr als 20 Prozent der westlichen Bevölkerung leidet unter trockenen Augen, die Hälfte davon bedarf regelmäßiger augenärztlicher Betreuung.

Und genau hier setzt das Projekt von Bernhard Steger an. Augenärzte bzw. Optiker stünden wegen der starken Konvexität der Augenoberfläche vor einer fotografischen Herausforderung, so Steger. Das Problem sei, dass bei bildgebenden Systemen Abweichungen von der idealen optischen Abbildung zu einem gekrümmten Bild führen würden.

Diagnostik und Therapie „grundlegend verändern“

Das Projekt von Steger hat nun das Ziel der Entwicklung eines stand-alone Bildgebungsmoduls mit integrierter digitaler Bildanalysesoftware, um die gesamte vordere Augenoberfläche in einer unveränderten, geraden Blickposition scharf, hochauflösend und standardisiert abzubilden. Der Einsatz der „Cornea Dome Lens“ soll die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Augenoberfläche grundlegend verbessern und durch Standardisierung auch telemedizinische Anwendung ermöglichen.

Das „Cornea Dome Lens“-Projekt entstand während eines Forschungsaufenthalts Stegers an der Universität von Liverpool, woraus auch eine externe Wirtschaftskooperation vorbereitet und umgesetzt wurde.

Der science2business Award wird für die besten Forschungskooperationen von Wissenschaft mit Wirtschaft vergeben. Der Fokus der Bewertung liegt dabei auf der Qualität der Umsetzung. Die Gewinner zeichnen sich somit neben der Wissenschaftlichkeit auch durch ihr professionelles Management aus. Sie zeigen ihre Erfahrung in der Umsetzung einer interdisziplinären Kooperation mit der Wirtschaft. (TT.com)

Infos zum Preis

Der science2business Award wird von life-science Karriere Services im Rahmen der life-science-success durchgeführt. Unterstützt und bereitgestellt wird der Preis vom BM für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Die life-science-success ist eine jährlich stattfindende Konferenz zur Vernetzung von Wirtschaft mit Wissenschaft und wird 2019 erstmals als online Konferenz durchgeführt.

Der Award wird bundesweit ausgeschrieben, eine unabhängige 4-köpfige Jury entscheidet in einem zweistufigen Entscheidungsprozess über die Gewinner.

2019 wurde der science2business Award erstmalig in zwei Kategorien durchgeführt. Kategorie A für bereits bestehende Kooperationen, Kategorie B für Forschungsprojekte, für deren Weiterentwicklung eine Kooperation mit der Wirtschaft geplant ist, aber noch nicht besteht.

Als Bedingung galt 2019 weiters: Die Forschungskooperationen mussten einen erkennbaren Grad an Digitalisierung aufweisen.

Insgesamt 29 Projekte haben sich für den science2business Award beworben. 18 in Kategorie A, 11 in Kategorie B