Letztes Update am Di, 08.10.2019 13:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nobelpreis

Exoplanet entdeckt: Physik-Nobelpreis für drei Erforscher des Kosmos

Der Physik-Nobelpreis geht zur Hälfte an einen kanadischen Wissenschafter und zur anderen an zwei Schweizer Forscher. Die Auszeichnung ist heuer mit rund 830.000 Euro dotiert.

Die Nobelpreisträger in Physik: James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz (v.l.)

© AFPDie Nobelpreisträger in Physik: James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz (v.l.)



Stockholm — Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr jeweils zur Hälfte an James Peebles (Kanada/USA) sowie an Michel Mayor (Schweiz) und Didier Queloz (Schweiz) für ihre Beiträge zum Verständnis des Universums und des Platzes der Erde im Kosmos. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

Peebles Arbeiten lieferten die Grundlage für unser Verständnis der Geschichte des Universums vom Urknall bis heute, hieß es. "Ich habe das nicht alleine geschafft", sagte Peebles nach der Bekanntgabe am Telefon. "Bis in die 1980er Jahre war die Kosmologie ein relativ kleines Feld. Es ist gewachsen - und ich bin mitgewachsen." Neben den Erkenntnissen, für die er nun geehrte werde, dürfe man nicht vergessen, dass er auch "viele falsche Ideen publiziert" habe, sagte Peebles.

Peebles war mit seinen theoretischen Werkzeugen und Berechnungen in der Lage, die Spuren über den Anfang des Universums zu interpretieren und neue physikalische Prozesse zu entdecken. Die Ergebnisse zeigten, dass die Materie, aus der Galaxien und Sterne bestehen, nur etwa fünf Prozent der gesamten Masse und Energie des Universums ausmachen, der Rest ist weitgehend rätselhaft - Dunkle Materie und Dunkle Energie.

"51 Pegasi b" löste "Revolution in der Astronomie" aus

Die beiden Schweizer Forscher Mayor und Queloz hatten 1995 den ersten Exoplaneten entdeckt, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist. Dieser erhielt den Namen "51 Pegasi b". Es handelt sich um einen Gasplaneten, vergleichbar mit dem Jupiter. Diese Entdeckung habe "eine Revolution in der Astronomie ausgelöst und über 4000 Exoplaneten wurden seither in der Milchstraße gefunden", heißt es seitens des Nobelpreiskomitees.

Unter den neu entdeckten Planeten würden sich "seltsame neue Welten" befinden, in einer unglaublichen Fülle an verschiedenen Größen, Formen und Bahnen. Sie würden die Vorstellungen der Wissenschafter über Planetensysteme herausfordern und sie dazu zwingen, ihre Theorien über die physikalischen Prozesse hinter den Ursprüngen der Planeten zu überdenken.

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist insgesamt mit umgerechnet etwa 830.000 Euro (9 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung zur einen Hälfte an den US-Forscher Arthur Ashkin und zur anderen Hälfte an den französischen Wissenschafter Gerard Mourou und die kanadische Forscherin Donna Strickland. Ashkin erhielt den Preis für die Entwicklung einer optischen Pinzette und ihre Anwendung in biologischen Systemen. Mourou und Strickland wurden für die Entwicklung einer Methode zur Erzeugung hochintensiver, ultrakurzer optischer Pulse ausgezeichnet. Übergeben wird der Preis alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. (dpa)

Video | Bekanntgabe Nobelpreisträger für Physik: