Letztes Update am Di, 29.10.2019 12:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Med-Uni

Innsbrucker Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hat neuen Direktor

Mit 1. Juli 2019 wurde der Mund-, Kiefer,- und Gesichtschirurg Andreas Kolk von Rektor W. Wolfgang Fleischhacker nach Innsbruck berufen.

Ärztliche Direktorin Alexandra Kofler, Klinikdirektor Andreas Kolk, Rektor Walter Wolfgang Fleischhacker.

© MUI/BullockÄrztliche Direktorin Alexandra Kofler, Klinikdirektor Andreas Kolk, Rektor Walter Wolfgang Fleischhacker.



Innsbruck – Die Innsbrucker Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG-Chirurgie) hat einen neuen Direktor. Andreas Kolk, gebürtiger Deutscher und 53 Jahre alt, will neben dem in Innsbruck bereits bestehenden Schwerpunkt der Traumatologie auch die translationale Tumortherapie zukünftig in den Mittelpunkt der Klinik rücken, sagte er am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Kolk, der zuvor leitender Oberarzt und stellvertretender Leiter der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Klinikum rechts der Isar in München war, legte einen Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit auf das Gebiet der Tumortherapie. Die häufigste Tumorart in seinem Fachbereich sei das Schleimhautkarzinom in der Mundhöhle. An der Innsbrucker MKG-Chirurgie werden 50 bis 60 derartige Fälle pro Jahr behandelt, weitere 80 bis 90 an der HNO-Klinik, erklärte Kolk.

Interdisziplinäre Studien

„Die aktuellen und geplanten Projekte von Andreas Kolk erweisen sich als prädestiniert dafür, sie am Standort Innsbruck weiterzuführen“, erklärt Walter Wolfgang Fleischhacker, Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck. Die vorhandene Expertise gerade in der Tumorforschung, etwa im Rahmen interdisziplinärer Studien am Comprehensive Cancer Center Innsbruck, würden am Innsbrucker Campus die besten Voraussetzungen bieten, die bisherigen Forschungsarbeiten von Andreas Kolk nahtlos weiterzuführen und auszubauen.

Die Prognose bei dieser Krebsform hänge wesentlich vom Stadium ab, in dem sich die Krankheit befinde, so der Kolk weiter. Statistisch gesehen würden aber nach fünf Jahren noch etwa 50 Prozent der Patienten leben, fügte er hinzu. Ursache für ein Schleimhautkarzinom seien unter anderem Nikotin- und Alkoholmissbrauch.

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Standort Innsbruck langfristig sichern

Neben der Tumortherapie sei in Innsbruck aufgrund zahlreicher Mountainbike- und Skiunfälle aber auch die Traumatologie ein ganz wesentlicher Faktor, waren sich der Rektor der Med-Uni, Wolfgang Fleischhacker, und Alexandra Kofler, ärztliche Direktorin der Klinik Innsbruck, einig. „Insgesamt werden 1600 stationäre Fälle mit Tumoren, Verletzungen, angeborene Fehlbildungen im Gesicht oder oral-chirurgische Erkrankungen pro Jahr an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie behandelt“, so Kofler. Sowohl Kofler, als auch Fleischhacker zeigten sich über die Bestellung Kolks zum Klinikdirektor sehr erfreut.

Besonderen Wert will Kolk auch auf die Lehre legen und so den chirurgischen Nachwuchs am Standort Innsbruck langfristig sichern. Doch auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit sei ihm wichtig, meinte der Deutsche. Er soll unter anderem auch beim neuen kranofazialen Zentrum an der Innsbrucker Klinik mitwirken. Hier sollen vor allem angeborene Missbildungen, wie etwa die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte behandelt werden. (APA, TT.com)