Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 16.09.2013


Wissen

Bedenkliche Zusatzstoffe in Kaugummis

Von fünfzehn getesteten Kaugummi-Produkten konnte nur eines als unproblematisch empfohlen werden.

© Greenpeace/Georg Mayer



Wien – Der Knoblauch-Geschmack liegt auf der Zunge, der Atem könnte unangenehmer nicht sein. Um sich selbst und seinen Mitmenschen den üblen Geruch zu ersparen, hilft auf die Schnelle oft nur der Griff zum Kaugummi. Doch die Erfrischung durch Streifen oder Dragees ist in vielen Fällen von kurzer Dauer oder – und das dürfte den Geschmack gleich wieder vermiesen – sogar eine auf Erdölbasis hergestellte Kaumasse. Das hat der Greenpeace-Einkaufsratgeber www.marktcheck.at bei 14 von 15 Kaugummi-Produkten mit Pfefferminz-Geschmack entdeckt.

Bei sieben gestesten Kaugummis kommt hinzu, dass ein Antioxidations- und Konservierungsmittel verwendet wird, welches im Verdacht steht, eine krebseregende Wirkung zu haben. Das so genannte Butylhydocyanisol (BHA) mit der Produktkennzeichnung E320 ist als Inhalt in Baby- und Kleinkindernahrung EU-weit verboten worden.

Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz rät Eltern, genau auf das Kleingedruckte zu achten: „Wenn gesunde Erwachsene gelegentlich einen Kaugummi kauen, der in unserem Produktcheck nicht so gut abschneidet, wird vermutlich nicht mit gesundheitlichen Nebenwirkungen zu rechnen sein. Wenn jedoch Kinder solche Produkte in übermäßigen Mengen kauen, dann könnte beim Antioxidationsmittel BHA die erlaubte Tagesdosis von 0,5 Gramm pro kg Körpergewicht erreicht oder sogar überschritten werden“, sagt Sprinz.

Auch das Süßungsmittel Aspartam (E951), das in zwölf von fünfzehn geprüften Produkten gefunden wurde, steht im Blickpunkt der Kritik. Aspartam könne laut Greenpeace bei übermäßigem Konsum bei besonders empfindlichen Personen Störungen des Nervensystems und damit unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel oder Panikattacken auslösen. „Besonders Kinder und empfindliche Menschen sollten auf Aspartam verzichten und zu Alternativen greifen.“ Als „Gut“ und damit empfehlenswert konnte lediglich eines der fünfzehn getesteten Produkte eingestuft werden. Die Kaumasse für den „Bio Maya Regenwald Kaugummi“ von Chicza wird aus Chicle gewonnen. Dabei handelt es sich um eine jahrhundertealt­e mexikanische Tradition der so genannten „Chicleros“, den im mexikanischen Regenwald wachsenden Breiapfelbaum „anzuzapfen“ und aus dessen Milchsaft Chicle zu gewinnen. Dieser ist nicht nur biologisch abbaubar, sondern kommt ohn­e Erdöl und bedenkliche Konservierungs- und Süßungs­mittel aus. (TT)




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