Letztes Update am Di, 28.06.2016 17:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU

Adoptionsverbot für Schwule und Lesben in Tschechien abgeschwächt

Der Gesetzespassus hat Homosexuelle zu „Menschen zweiter Klasse“ gemacht, kritisierten die Richter.

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Brünn – Das tschechische Verfassungsgericht hat das bisherige Adoptionsverbot für eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner teilweise für ungültig erklärt. Der Gesetzespassus habe Homosexuelle zu „Menschen zweiter Klasse“ gemacht, kritisierten die Richter am Dienstag in Brünn (Brno). Möglich wird damit die Adoption von Kindern durch eine Einzelperson. Die gemeinsame Adoption eines fremden Kindes und die Stiefkindadoption bleiben indes weiterhin heterosexuellen Paaren vorbehalten.

Geklagt hatte ein Mann aus Prag, den die Behörden von einer Warteliste für ein Adoptivkind gestrichen hatten, nachdem er eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen war.

Schwulen- und Lesbenverbände begrüßten die Entscheidung als historisch. „Dieser Paragraf ergab überhaupt keinen Sinn“, betonte Jan Kozubik von der Plattform für Gleichberechtigung Proud (Strömung). „Ausgerechnet denjenigen, die in einer stabilen und langfristigen Beziehungen leben wollten, wurde die individuelle Adoption verboten“, kritisierte er die nun verworfene Regelung. (APA/dpa)