Letztes Update am Mi, 25.01.2017 12:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU

„Reale Bedrohung“: EU plant Leitlinien gegen Falschnachrichten

Die EU-Kommission wird noch heuer Richtlinien für freiwillige Maßnahmen von Online-Plattformen ausgeben, um „Fake News“ einzudämmen.

Facebook ist das mit Abstand größte soziale Netzwerk im Internet.

© dpaFacebook ist das mit Abstand größte soziale Netzwerk im Internet.



Brüssel - Der Kampf gegen Falschnachrichten im Web beschäftigt auch die EU-Kommission in Brüssel. Wie eine Sprecherin der Behörde auf APA-Anfrage sagte, will die EU-Kommission heuer Leitlinien für freiwillige Maßnahmen von Online-Plattformen herausgeben. „Die EU-Kommission ist der Ansicht, dass die Verhinderung von Manipulation im Internet eine Selbstverpflichtung der sozialen Medien ist“, sagte die Sprecherin.

Im Europäischen Auswärtigen Dienst beschäftigt sich bereits seit März 2015 die „Strategische Kommunikations-Taskforce Ost“ mit russischer Propaganda. Die Taskforce hat die Aufgabe, russische Desinformationskampagnen zu identifizieren, analysieren und das Bewusstsein über russische Propaganda zu erhöhen.

Die EU-Kommission selbst hat im Mai 2016 eine Mitteilung zu Online-Plattformen veröffentlicht. Darin wird die Industrie aufgerufen, freiwillig Praktiken zu verhindern, die das Vertrauen untergraben, und gegen falsche oder missverständliche Online-Postings vorzugehen.

„Fake News oder Desinformation ist ein größer werdendes Problem in Europa und weltweit. Dies ist keine kleine Bedrohung. Es ist eine sehr reale, und eine, die wir sehr ernst nehmen“, sagte die Kommissionssprecherin. Die EU-Kommission begrüßt jüngste Schritte der Internet-Konzerne Google und Facebook, gegen Falschinformation und ihre Verbreitung im Internet vorzugehen. Dies sei wertvoll und seit langem überfällig, sagte die Sprecherin.

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Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte die Internet-Konzerne aufgerufen, gegen „Fake News“ aktiv zu werden. Dies sei auch in ihrem eigenen Interesse, da „Glaubwürdigkeit ihr wichtigstes Kapital sei“. (APA)