Letztes Update am So, 07.05.2017 07:13

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Von der Leyen fordert von Soldaten Unterstützung bei Aufarbeitung

„Es geht um nichts weniger als den Ruf unserer Bundeswehr“, so die deutsche Verteidigungsministerin in einem Interview.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

© APA/AFP/FREDERICK FLORINDie deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.



Berlin – Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen fordert nach den jüngsten Vorfällen bei der Bundeswehr von den Soldaten eine Unterstützung bei der Aufarbeitung. Alle Bundeswehrkasernen sollen durchsucht werden.

„Der jetzt begonnene Aufarbeitungsprozess erfordert Courage und langen Atem. Wir sollten jetzt gemeinsam, vom General bis zum Rekruten, diesen Prozess mit aller Kraft unterstützen“, sagte die CDU-Politikerin der Bild am Sonntag einem Vorausbericht zufolge. „Es geht um nichts weniger als den Ruf unserer Bundeswehr.“ Diese bilde Menschen an der Waffe aus, „für uns gelten zu Recht schärfere Maßstäbe. Ein ‚Weiter so‘ kommt nicht infrage.“

Die Ministerin sagte weiters, bei einem Führungstreffen habe sie klargemacht, dass es angesichts der aktuellen Fälle von Herabwürdigung, Schikane bis zu eindeutigem Rechtsextremismus nur noch um lückenlose Aufklärung und weitreichende Konsequenzen für die Zukunft gehen könne. Zugleich aber würden in der Bundeswehr jeden Tag Regelverstöße korrekt geahndet. Die innere Führung greife. „Dafür zolle ich Respekt.“

Die Zeitung schrieb, Generalinspekteur Volker Wieker habe nach dem Fund von Wehrmachtsandenken als Raumschmuck in einer weiteren Kaserne die Durchsuchung aller Bundeswehrgebäude angeordnet. Wieker habe die Inspekteure und Präsidenten der gesamten Bundeswehr am Freitag angewiesen, die Einhaltung der Regeln zum Traditionsverständnis in Bezug auf Nationalsozialismus und Wehrmacht zu untersuchen. Bis Dienstag müssten die Inspekteure einen Zwischenbericht liefern, die Überprüfung aller Bundeswehrgebäude solle bis zum 16. Mai abgeschlossen sein. (APA/Reuters)