Letztes Update am Mi, 07.06.2017 06:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Gelder

Bericht: Auch ohne Flüchtlingsdeal 2,7 Mrd. Euro aus EU für Türkei

Seit 2014 hat die EU der Türkei laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung insgesamt 3,3 Mrd. Euro überwiesen, rund 625 Mio. Euro kamen für die Teilnahme an EU-Programmen retour.

Der türkische Präsident Erdogan (l.) und EU-Ratspräsident Tusk beim Treffen in Brüssel Ende Mai.

© REUTERSDer türkische Präsident Erdogan (l.) und EU-Ratspräsident Tusk beim Treffen in Brüssel Ende Mai.



Ankara - Die Europäische Union hat der Türkei seit 2014 zur Vorbereitung auf den EU-Beitritt des Landes rund 2,7 Milliarden Euro netto gezahlt. Das berichtete die „Bild“-Zeitung (Mittwoch) unter Berufung auf aktualisierte Zahlen der EU-Kommission. Demnach erhielt Ankara von 2014 bis Ende 2016 insgesamt 3,3 Milliarden Euro aus der EU-Kasse.

Allerdings habe Ankara auch 625 Millionen Euro an Brüssel gezahlt, um an EU-Programmen teilnehmen zu können.

Damit ist die Türkei nach Angaben des Blattes der größte Nutznießer von EU-Geldern unter allen Nicht-EU-Ländern. Nicht berücksichtigt seien dabei die sechs Milliarden Euro, die Brüssel im Rahmen des Flüchtlingsdeals an Ankara zahlt.

Die Türkei ist bereits seit 1999 Kandidat für den EU-Beitritt, seit 2005 wird darüber offiziell verhandelt. Doch die Gespräche zum Thema sind mittlerweile praktisch zum Erliegen gekommen - zu groß sind die Differenzen zwischen beiden Seiten. Von 35 sogenannten Verhandlungskapiteln sind bisher 15 eröffnet. Im Dezember hatten die EU-Staaten als Reaktion auf die Ereignisse nach dem Putschversuch in der Türkei beschlossen, vorerst keine neuen Kapitel zu eröffnen. (APA/dpa)




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