Letztes Update am Do, 04.01.2018 17:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oberösterreich

Rechter Kongress „Verteidiger Europas“ heuer in Aistersheim

Der zweite rechte Kongresses „Verteidiger Europas“ soll am 3. März im Wasserschloss in Aistersheim stattfinden.

Sicherheitsabsperrungen anlässlich des Kongresses der "Verteidiger Europas" 2016 in Linz.

© APASicherheitsabsperrungen anlässlich des Kongresses der "Verteidiger Europas" 2016 in Linz.



Aistersheim – Der Termin steht, der Veranstaltungsort offenbar auch: Der zweite rechte Kongresses „Verteidiger Europas“ soll am 3. März im Wasserschloss in Aistersheim stattfinden, berichteten der Der Standard online sowie heute.at am Donnerstag. Von einem offiziellen Ansuchen für eine Bewilligung wusste Bürgermeister Rudolf Riener (ÖVP) noch nichts.

Entgegen dem ersten Austragungsort vom Oktober 2016, den Redoutensälen in Linz – den Repräsentationsräume des Landes – befindet sich das oö. Schloss in Privatbesitz. Dort werden vor allem Clubbings, Discoveranstaltungen oder Hochzeiten abgehalten. Der Verwalter des Anwesens, ein FPÖ-Ersatzmitglied im Gemeinderat, verwies in der Angelegenheit laut des Standard auf seinen Sohn, der wiederum meinte, nichts zu wissen.

FPÖ-nahe Plattform als Medienpartner

Medienpartner des Kongresses wie das FPÖ-nahe „unzensuriert.at“, dessen ehemaliger Chefredakteur nun Kommunikationsleiter im Kabinett von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) ist, sowie das Zweimonatsblatt Info Direkt kündigen zumindest auf ihren Homepages den Kongress für den „3. März in Oberösterreich“ an. Auch der Kartenvorverkauf wurde gestartet. „Während die etablierten Medien über den Veranstaltungsort rätseln, haben die Medienpartner bereits jetzt Informationen über Zusagen hochkarätiger Redner und Aussteller“ für die „patriotische Messe“, schreibt Info Direkt. „Bewahren wir unsere traditionelle Lebensweise und erkämpfen wir unseren Völkern gemeinsam eine Zukunft in Selbstbestimmung“, heißt es weiters.

Hinter dem ersten Kongress „Verteidiger Europas“ stand das „Europäische Forum Linz“. Kritiker der Veranstaltung charakterisierten die Teilnehmer als Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker, oft mit Russland-Affinität. Prominentester Redner war in den Redoutensälen der jetzige Innenminister Herbert Kickl (FPÖ). Salzburgs Weihbischof Andreas Laun hatte in letzter Minute noch sein Kommen abgesagt. Laut Polizei wurde der Kongress von einer Gegendemo mit 1.800 Personen begleitet, zu dem das „Bündnis gegen Rechts“ aufgerufen hatte. (APA)