Letztes Update am Mi, 09.05.2018 17:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Integration

Dänische Regierung will Sprachtests vor Einschulung

So soll sichergestellt werden, dass Schüler aus „nichtwestlichen“ Elternhäusern im Unterricht mitkommen.

© APA/dpa(Symbolfoto)



Kopenhagen – Die liberal-konservative dänische Regierung will Kinder vor der Einschulung künftig einem Sprachtest unterziehen. So soll sichergestellt werden, dass Schüler aus „nichtwestlichen“ Elternhäusern im Unterricht mitkommen. Die oppositionellen Sozialdemokraten und die rechtspopulistische Dänische Volkspartei signalisierten nach Medienberichten am Mittwoch ihre Zustimmung zum Vorhaben der Regierung.

Die Sprachtests soll es ab dem Schuljahr 2019/20 zunächst an Schulen mit hohem Migrantenanteil geben. Die Kinder sollen in der 0. Klasse, einer Vorschulklasse, insgesamt drei- bis viermal geprüft werden. Nach Angaben der dänischen Regierung hat jedes zehnte Schulkind im Land einen „nicht-westlichen Hintergrund“.

Die Tests sind Teil einer größeren Initiative, mit der die dänische Regierung massiv gegen Parallelgesellschaften vorgehen will. Unter anderem will sie verhindern, dass in einem Wohngebiet allzu viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Politiker bezeichnen diese Gegenden offen als Ghettos. Zu dem Plan gehört auch, dass kriminelle Vergehen in bestimmten Stadtteilen härter bestraft werden können als anderswo. Zudem werden ganze Gebäudekomplexe abgerissen. (APA/dpa)