Letztes Update am Do, 10.05.2018 15:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auszeichnung

Karlspreis an Frankreichs Präsidenten Macron verliehen

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel würdigte Macrons Begeisterung, Einsatz und Courage.

© REUTERS/Wolfgang RattayDer französische Präsident Emmanuel Macron mit seiner Frau Brigitte.



Aachen – Der französische Präsident Emmanuel Macron hat für seine Vision von einem neuen Europa den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten. Der Preis würdigt auch Macrons „leidenschaftlichen“ Kampf gegen Nationalismus und Isolationismus. Macron sei der derzeit größte Impulsgeber des heutigen Europas, sagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) am Donnerstag bei der Preisverleihung.

Die Auszeichnung solle Ermutigung sein, weiterhin als starke Stimme für ein neues Europa zu streiten. Nötig sei die Bereitschaft zum ehrlichen Austausch und das Bekenntnis, gemeinsam mehr erreichen zu können. Die bisherigen Reaktionen auf das Reformkonzept Macrons für Europa seien aber enttäuschend, so Philipp. Die Rede Macrons mit den Reformvorschlägen werde nicht in der Gesamtheit, sondern wie beim Eurozonen-Budget nur in Bruchstücken diskutiert, und zwar „medial zerstückelt und dadurch geradezu vernichtet“.

Merkel: „„Du sprühst vor Ideen“

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel würdigte Macrons Begeisterung, Einsatz und Courage. „Du sprühst vor Ideen und hast die europapolitische Debatte mit neuen Vorschlägen neu belebt“, sagte Merkel in ihrer Laudatio. Die Auszeichnung solle nicht nur Bestätigung für den richtigen Weg sein, sondern auch Bestärkung und Ansporn, den Weg zuversichtlich weiterzugehen. „Ich freue mich, auf diesem Weg mit Dir gemeinsam arbeiten zu können“, sagte Merkel.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Er geht auf eine Initiative Aachener Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kirche, Hochschule und Stadtverwaltung zurück. Traditionell wird die Auszeichnung zu Christi Himmelfahrt übergeben. Sie ist nach Karl dem Großen (747 o. 748-814) benannt, der Aachen zum Zentrum seines fränkischen Imperiums machte. Sein Reich erstreckte sich über einen Großteil Westeuropas. Der Frankenherrscher führte einheitliche Gesetze und Währung ein und wird oft als Vordenker des geeinten Europas verstanden. Der Preisträger 2017 war der britische Historiker Timothy Garton Ash. Zu den bisherigen Karlspreisträgern gehören auch Winston Churchill, Jean Monnet, Konrad Adenauer, Francois Mitterrand, Helmut Kohl, Vaclav Havel, Papst Johannes Paul II., König Juan Carlos I. von Spanien, Jacques Delors, Bill Clinton und Angela Merkel. Macron ist der 60. Preisträger. (APA/dpa)