Letztes Update am Di, 12.06.2018 14:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Südtirol

Südtiroler Bürgermeister will Wolfsrudel zum Abschuss freigeben

„Die Zeit des Redens ist vorbei“: Der Kastelruther Ortschef will Jäger mit der Entnahme beauftragen, sollten die sechs bis sieben Wölfe über die Landesgrenze kommen. Die Tiere hatten zuletzt mehr als 30 Schafe gerissen.

© pixabay(Symbolbild)



Bozen – Der Kastelruther Bürgermeister Andreas Colli will ein Wolfsrudel zum Abschuss freigeben. „Sollte das Rudel auf die Seiser Alm kommen, erlasse ich im Sinne der öffentlichen Sicherheit eine Abschussverordnung“, sagte er der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“. Die Wölfe hatten vor Kurzem im benachbarten Trentino 14 Schafe gerissen.

20 weitere Tiere werden bei der Plattkofelhütte vermisst. Colli machte sich am Sonntag an Ort und Stelle ein Bild von der blutigen Spur, die das Rudel von sechs bis sieben Wölfen auf Trentiner Seite hinterlassen hatte. „Aber weniger als einen Kilometer von der Landesgrenze entfernt“, betonte Colli.

Schafskadaver vor Landesamt abgelegt

Der Ortschef rechnete damit, dass das Rudel in den kommenden zwei Wochen auf die Seiser Alm kommen werde. Dann werde er die Jägerschaft mit der Entnahme beauftragen, so Colli: „Die Zeit des Redens ist vorbei.“ Es zähle zu den ureigensten Aufgaben eines Bürgermeisters, die Sicherheit zu gewährleisten. Ob er die Zuständigkeit dazu hat, sei umstritten. „Ich bin aber bereit, das durchzufechten.“

Dass die Emotionen bei diesem Thema südlich des Brenners hochkochen, zeigt ein anderer Vorfall: In der Nacht auf Montag deponierten Unbekannte die Kadaver zweier vom Wolf zerfleischter Schafe am Eingang zum Landesamt für Jagd und Fischerei. Der zuständige Landesrat Arnold Schuler (SVP), der in dem Gebäude ebenfalls seinen Amtssitz hat, zeigte sich ob der Aktion gegenüber der Tageszeitung „Dolomiten“ leicht verärgert: „Ich kann den Frust, die Sorgen und Ängste bei den Leuten draußen schon verstehen. Aber das ist hier nicht die richtige Adresse.“ (APA)