Letztes Update am Do, 30.08.2018 16:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU

Kosmische Strahlung: Kritik an Klimawandel-Bericht im EU-Parlament

Aufregung im EU-Parlament über Bericht eines UKIP-Abgeordneten: John Stuart Agnew streitet darin ab, dass der Klimawandel vom Menschen verschuldet ist.

© EP/Christian CreutzDer UKIP-Abgeordnete John Stuart Agnew bestreitet in seinem Bericht, dass der Mensch etwas mit dem Klimawandel zu tun hat.



Brüssel – Ein Europaparlaments-Bericht eines britischen UKIP-Abgeordneten zum Klimawandel sorgt für Empörung unter den EU-Parlamentariern. Der Klimawandel-Leugner und Brexit-Befürworter John Stuart Agnew streitet in dem Bericht ab, dass der Klimawandel durch Menschen und CO2-Ausstoß verursacht wird. Vielmehr nennt er andere Faktoren wie kosmische Strahlung, das Sonnensystem und Meeresströmungen.

SPÖ-Umweltsprecherin Karin Kadenbach übte am Donnerstag erneut scharfe Kritik an der Ernennung des Briten zum Berichterstatter der Stellungnahme für den Klimaschutzbericht im Landwirtschaftsausschuss: „Von einem verantwortlichen Mandatar erwarte ich mir, dass er mit Offenheit an ein Thema herangeht und die Fakten, die auf dem Tisch liegen, beherzigt. UKIP-Abgeordneter Agnew hat das nicht getan.“ Sie sei sich aber sicher, dass „eine Stellungnahme, die den menschengemachten Klimawandel leugnet, im Umweltausschuss keine Mehrheit findet und eindeutig niedergestimmt wird“.

Der grüne Europaabgeordnete Thomas Waitz forderte, dass Agnew das Portfolio entzogen wird und das Europaparlament die Förderung des Klimaschutzes erhöht. Die Quellen, die Agnew als Beleg für seine Behauptung verwende, seien bereits 2004 von einer Gruppe von Klimaforschern entkräftet worden. „Die Wahl eines bekannten Klimawandelleugners zeigt, dass Klima-und Naturschutz für Rechte, Konservative und Liberale irrelevant ist, und der Landwirtschaftsausschuss selbst zur Bedeutungslosigkeit verkommt und als Bühne für Voodoo-Studien missbraucht wird. Es ist unverantwortlich und gefährlich die Klimakrise zu ignorieren oder zu leugnen“, betonte Waitz. (APA)