Letztes Update am Mo, 10.09.2018 23:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Maaßen soll Aussagen zu Video relativiert haben

Mit seinen Äußerungen zu Chemnitz hat Verfassungsschutz-Chef Maaßen viel Ärger provoziert. Berichten zufolge soll er seine Äußerungen relativiert haben.

© dpaNach Bekanntwerden des Todes des 35-Jährigen beherrschten Anhänger rechtsextremer Gruppierungen die Innenstadt von Chemnitz.



Chemnitz/Berlin – Der deutsche Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen soll Medienberichten zufolge seine Aussagen zur Echtheit eines Videos zu den Ereignissen in Chemnitz relativiert haben. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (Online) erklärte er in einem Schreiben an Innenminister Horst Seehofer (CSU), das Video sei nicht gefälscht, er sei falsch verstanden worden.

Zweifel, so Maaßen dem Bericht zufolge, seien angebracht, ob das Video „authentisch“ eine Menschenjagd zeige. Dies habe er mit seiner Kritik gemeint.

Auch nach Spiegel-Informationen bestreitet Maaßen nicht mehr, dass das Video echt ist. Unter Berufung auf das Umfeld des Verfassungsschutzpräsidenten heißt es, Maaßen kritisiere „nur noch“, dass die schnelle Veröffentlichung des Videos in großen Medien unseriös gewesen sei, weil niemand die Quelle und die Echtheit der Aufnahme zu dem Zeitpunkt hätte einschätzen können.

Maaßen hatte Bild Ende vergangener Woche gesagt, es lägen seinem Amt keine belastbaren Informationen darüber vor, dass in Chemnitz Hetzjagden auf Ausländer stattgefunden hätten. Es lägen auch keine Belege dafür vor, dass ein im Internet kursierendes Video zu einer angeblichen Hetzjagd authentisch sei. Maaßen sprach sogar von möglicherweise gezielten Falschinformationen. Für diese Aussagen wurde er scharf kritisiert. Seehofer verlangte Aufklärung, Maaßen legte der Regierung am Montag einen Bericht vor.

Nach dpa-Informationen geht es in dem bisher noch unveröffentlichten Bericht weniger darum, konkrete Belege zu liefern, sondern eher zu erklären, wie Maaßen zu dieser Einschätzung gelangte. Unter anderem wird dabei die Art und Weise thematisiert, wie und durch wen ein Video veröffentlicht wurde, das zeigt, wie Männer Passanten offenbar ausländischer Herkunft bedrohen. Diese Veröffentlichung und die daraus folgende öffentliche Debatte sollen in den vergangenen Tagen dazu geführt haben, dass sich weitere Augenzeugen bei den Behörden meldeten. Seehofer hatte angekündigt, den Bericht in Ruhe zu bewerten und kein übereiltes Urteil abzugeben. (APA/dpa)