Letztes Update am Do, 25.10.2018 17:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU reformiert Zeitumstellung

Es wird an Uhr gedreht: Sommerzeit endet wohl zum letzten Mal

Am Sonntag heißt es wieder eine Stunde länger schlafen – die Sommerzeit endet, der Winter kündigt sich an. Es könnte das letzte Mal sein. Die österreichische Bundesregierung kündigte an, dauerhaft die Sommerzeit einführen zu wollen. Ganz sicher ist die Umsetzung allerdings immer noch nicht.

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Wien/Brüssel – An diesem Sonntag (28. Oktober) endet die Sommerzeit – vielleicht zum letzten Mal. Noch einmal werden die Zeiger um eine Stunde – von 3 Uhr auf 2 Uhr – zurückgestellt. Wie es mit der Zeitumstellung in der EU weitergeht, dazu werden Ende des Monats die dafür zuständigen Verkehrsminister in Graz beraten.

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Bei einer EU-weiten Online-Umfrage hatten sich 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung aussprachen. Die meisten votierten für eine dauerhafte Sommerzeit. 4,6 Millionen Antworten, davon allein drei Millionen aus Deutschland, gingen ein – zwar ein Rekord, aber immer noch weniger als ein Prozent der EU-Bürger.

Trotz geringer Beteiligung will EU Umfrageergebnis umsetzen

Die EU-Kommission hatte daraufhin vorgeschlagen, ab kommendem Jahr den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abzuschaffen. Die Staaten sollten stattdessen selbst entscheiden können, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben wollten. Doch nun kommen aus einigen Ländern Bedenken gegen diesen Plan. Diesem müssen die Mitgliedsstaaten und das Europaparlament mehrheitlich zustimmen, damit eine dauerhafte Sommer- oder Winterzeit Realität werden kann. Am 29. und 30. Oktober treffen sich die EU-Verkehrsminister in Graz, wo sich ein klareres Meinungsbild ergeben könnte.

Das offizielle Österreich bevorzugt eine ständige Sommerzeit als Standardzeit. Sonst hat sich bisher kein EU-Staat festgelegt. Wünschenswert für die heimische Wirtschaft erscheint eine einheitliche Zeitzone, zumindest in Mitteleuropa. Andernfalls würden zwischenstaatliche Zeitunterschiede den Handelsverkehr noch mehr beeinträchtigen.

Ab März 2019 könnte dauerhaft Sommerzeit herrschen

Regelungen für einen reibungslosen Übergang zur Standardzeit sind im EU-Richtlinienvorschlag festgelegt. Demnach soll jeder Mitgliedstaat bis April 2019 Brüssel informieren, ob Sommer- oder Winterzeit permanent eingeführt wird. Die letzte verbindliche Umstellung auf die Sommerzeit würde dann am 31. März 2019 erfolgen. Danach könnten die Mitgliedstaaten, die dauerhaft zur Winterzeit zurückkehren wollen, am Sonntag, den 27. Oktober 2019 zum letzten Mal eine jahreszeitlich bedingte Zeitumstellung vornehmen.

In der gesamten EU wurde bisher am letzten März-Sonntag an der Uhr gedreht – und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurück. Eingeführt wurde die Sommerzeit 1973 in Europa anlässlich der Ölkrise und mit dem Hintergrund, Energie zu sparen. Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden. Frankreich machte damals den Anfang.

Sommerzeit 1979 eingeführt, davor schlugen Versuche fehl

Österreich beschloss die Einführung erst 1979 wegen verwaltungstechnischer Probleme und weil man eine verkehrstechnische Harmonisierung mit der Schweiz und Deutschland wünschte. Diese beiden Länder führten die Sommerzeit erst 1980 ein. Allerdings gab es in der Alpenrepublik bereits im Ersten Weltkrieg schon einmal die Sommerzeit. Im Jahr 1916 galt sie für die Monarchie vom 1. Mai bis 30. September, wurde dann aber wieder eingestellt. Ein zweiter – auf Dauer erfolgloser – Versuch wurde in den Jahren 1940 bis 1948 unternommen. (APA)

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