Letztes Update am Mo, 05.11.2018 07:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pazifikstaat

Frankreich sucht Dialog mit allen Parteien in Neukaledonien

Bei dem Referendum hatten sich am Sonntag 56,4 Prozent der Stimmberechtigten dafür ausgesprochen, dass die Inselgruppe im Pazifik bei Frankreich bleibt. Für die Trennung stimmten 43,6 Prozent.

Die Inselbewohner strömten an die Wahlurnen.

© AFPDie Inselbewohner strömten an die Wahlurnen.



Noumea – Im französischen Überseegebiet Neukaledonien sucht Frankreichs Regierung nach dem klaren Nein zur Unabhängigkeit den Dialog mit allen Parteien. Bei einem Besuch in der Inselhauptstadt Noumea kam Premierminister Edouard Philippe am Montag mit Befürwortern und Gegnern einer Loslösung zusammen.

Bei dem Referendum hatten sich am Sonntag 56,4 Prozent der Stimmberechtigten dafür ausgesprochen, dass die Inselgruppe im Pazifik bei Frankreich bleibt. Für die Trennung stimmten 43,6 Prozent.

Große Enttäuschung bei Ureinwohnern

Philippe lobte den Verlauf der Volksabstimmung. Im Großen und Ganzen war es nach Bekanntgabe des Ergebnisses ruhig geblieben. In einigen Stadtteilen Noumeas setzten Jugendliche zwar Autos und Autoreifen in Brand. Größere Zwischenfälle wurden aber nicht bekannt.

Das Ergebnis bedeutet vor allem für die Bevölkerungsgruppe der Kanaken– Neukaledoniens Ureinwohner – eine große Enttäuschung. Von ihnen hoffen viele seit langem auf einen eigenen Staat.

Das Nein fiel allerdings weniger deutlich aus als von vielen erwartet. Zudem bedeutet die Niederlage nicht, dass die Hoffnung der Separatisten endgültig gestorben ist. Bis 2024 sind nach früheren Abmachungen mit Paris noch zwei weitere Volksabstimmungen möglich. Aktuell sind knapp 40 Prozent der Bevölkerung Kanaken. Auf Deutsch bedeutet Kanake Mensch. (APA/dpa)


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